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Gewissen

 

Das Gewissen bezeichnet eine spezielle Instanz des menschlichen Bewußtseins, die den Einzelmenschen dazu drängt, aus ethischen Gründen bestimmte Handlungen auszuführen und andere zu unterlassen. Je nach Art der Situation und der Person kann die Entscheidung unausweichlich sein und ganz bewußt erfolgen oder aber halbherzig und kaum durchdacht. Handelt der Mensch entsprechend seinem Gewissen, fühlt er sich gut und zufrieden (gutes, reines Gewissen), handelt er dagegen, fühlt er sich von ebendieser Bewußtseinsinstanz angeklagt und verfolgt (schlechtes Gewissen, Gewissensbisse).
Inhaltsverzeichnis
1 Universalismus
2 Psychologie
3 Materialismus
4 Gewissensgründe
5 Unterordnung und Gehorsam
 
Universalismus
Das Gewissen ist ein universales Merkmal des Menschen (Anthropologie, Ethnologie), nicht jede Sprache hat jedoch ein eigenes Wort für diese Erscheinung. In diesem Sinne gibt es keine Gewissenlosigkeit, wohl aber Menschen, deren Gewissen sehr schwach ausgeprägt oder rudimentär ist.


Im Deutschen hängt Gewissen mit Wissen zusammen. Das ist sinnvoll, wenn man daran denkt, daß schon in einfachen Alltagssituationen viele Menschen zu erkennen geben, daß sie helfen möchten, ihnen aber das Know-how fehlt, in der Tat zu helfen. In den komplexeren Problemfällen der hochtechnisierten Gesellschaft wiegt das Wissen als Voraussetzung zu einer adäquaten Gewissensentscheidung noch weit schwerer. Das lateinische Wort Conscientia, welches die weitere Bedeutung Bewußtsein (conscientia psychologica) und die engere Gewissen (conscientia moralis) haben kann, wurde wahrscheinlich erstmals von Notker Labeo (+ 1022) mit „Gewissen“ übersetzt. Wulfila hatte es ins Gotische als „Mitwissen“ entlehnt. Dies lenkt die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung der kleinen oder großen Öffentlichkeit für die Wirksamkeit des Gewissens.
 
Psychologie
Die Psychologie nach Sigmund Freud verwendet auf diesem Gebiet die drei Begriffe Es, Ich und Über-Ich. Das unbewußt-triebhafte Es wird in seinen Triebäußerungen durch das Über-Ich hemmend kontrolliert. Dabei wird das Über-Ich verstanden als Introjektion der elterlichen und gesellschaftlichen Autorität in das Unbewußte. Das so verstandene Gewissen veranlaßt das Kind besonders in den ersten Lebensjahren die gesellschaftlich approbierten Verhaltensweisen einzuhalten. Das reife Ich, die individuelle Persönlichkeit mit ihren aus Erfahrung gewonnenen  bewußten Wertsetzungen, bildet sich in der Auseinandersetzung des Menschen mit seiner gesellschaftlichen Umwelt und durch Überwindung des Bestimmtseins durch das Über-Ich.
 
Materialismus
Nach dem dialektischen Materialismus spiegelt das Gewissen nur den wandelbaren Gesellschaftszustand, welcher sich aus wechselnden materiellen Produktionsverhältnissen erklärt. Da die Materie, die einzige Wirklichkeit, sich ständig verändert, gilt keine sittliche Wahrheit absolut.
 
Gewissensgründe
Der bundesdeutsche Gesetzgeber anerkennt die Existenz des Gewissens zum Beispiel dadurch, daß er die Möglichkeit zur Verweigerung des Wehrdienstes aus Gewissensgründen einräumt. (Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, GG Artikel 4, Punkt 3) Die Praxis der Gewissensüberprüfung durch das Militär stellte die aus bitterer Erfahrung gewonnene Errungenschaft aber sogleich wieder in Frage.

Das Gewissen ist im Bewußtsein, wie im Unterbewußtsein, angelegt. Das Gewissen wird als Gefühl empfunden und verursacht bei den meisten Menschen ein schlechtes Gewissen, es kann als Instanz für „richtig“ und „falsch“ betrachtet werden, bezüglich beseelter Lebewesen. Wie die Gesamtheit der Gesellschaft Gesetzte bräuchten und sie als Instanz benutzt werden, ist das Gewissen dagegen individuell. Das Wort Gewissen hat seinen Ursprung von „gewußt“. Das läßt auf religiöse Glaubensmuster schließen, die besagen, daß ein Verstorbener mit einer Seele neu inkarniert und lediglich sein Wissen beruhend auf Erfahrung und Erkenntnis mit in ein neues Leben nehmen kann. Der Wahrheitsgehalt einer Behauptung bezüglich des Gewissens zu Überprüfung ist so lange diskutabel, bis der Sachverhalt verständlich erklärt worden wäre. Ethik
 
Unterordnung und Gehorsam
Stanley Milgram untersuchte in seinen sozialpsychologischen Experimenten der 60er Jahre ( siehe Milgram-Experiment) die Gehorsamsbereitschaft unter verschiedenen Bedingungen. Dabei wies er in Wirklichkeit experimentell nach, wie das Gewissen je nach Versuchsanordnung ganz unterschiedlich reagiert. Ein wichtiges Einzelergebnis ist die Widerstandsfähigkeit des Gewissens unter allen Umständen bei etwa einem Drittel der Versuchspersonen. Dieser signifikant hohe Anteil weist auf eine genetische Anlage des Gewissens hin. Insbesondere der noch höhere Anteil der Verweigerer unter der Bedingung der räumlichen Nähe zum „Opfer“ verweist auf die Prägung des Gewissens in der Urgesellschaft, in welcher die Hemmung, dem „Nahestehenden“ ernstlich zu schaden, überlebenswichtig war. In den wenigen Jahrtausenden seit jener Ursituation hat das genetisch angelegte Gewissen keine Gelegenheit gehabt, sich auf die neuen Möglichkeiten der Fernwirkung einzustellen. Hier versagt, wie Milgram zeigte und die Geschichte lehrt, das Gewissen fatal. Mit jedem Fortschritt, den die Menschheit vorangeht, wächst die existentielle Bedrohung wie bei einem Wagen ohne Bremsen auf abschüssiger Bahn. Die Weltgesellschaft braucht eine ethische Instanz, das Weltgewissen, analog dem individuellen Korrektiv. Anders und effektiver als die internationalen Gerichte in Den Haag muß diese Instanz in der Lage sein, gefährliche Entwicklungen bereits frühzeitig zu stoppen, ethisch positive Initiativen und Tendenzen aber auch wirksam zu unterstützen, selbst gegen starke Partikular-Interessen.

 

 
   

 

 

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In dieser Spalte finden Sie neutrale lexikalische Erklärungen aus Wikipedia. Ich habe sie so übernommen (siehe Copyright-Erklärung im grünen Kasten) um zunächst die Möglichkeit zu geben sich Zusammenhänge und Sachverhalte zu vergegenwärtigen oder aufzufrischen. Wer weitere Informationen sucht kann dort selbst nachlesen oder auf andere Seiten ausweichen, z.B.  Encarta. Allerdings stellt eine Lexikonerklärung natürlich keine libertäre Position dar. Deshalb finden Sie in der grau unterlegten Spalte die rebellog-Position. Diese Position ist libertär, wobei, zugegebenermaßen nicht alle Libertarians diese Position vertreten müssen. Insofern handelt es sich hier um die libertäre rebellog-Position. Wenn Sie anderer Meinung sind können Sie gerne durch einen Beitrag oder einen Leserbrief Ihre Position darstellen oder in eine Diskussion eintreten.

 

 
 

Globalisierung

Unter dem Begriff Globalisierung versteht man im Allgemeinen das weltweite Zusammenwirken und eine immer stärker werdende Verknüpfung der nationalen Märkte und Gesellschaften auf Grund von Entwicklungen im Bereich des Informationen- und Warentransportes.

Der aus der Ökonomie und Soziologie stammende Begriff Globalisierung dringt nach 1990 in die öffentlichen Debatten, und bezeichnet eine Zunahme der nationenübergreifenden wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen. Dieser Prozess beginnt schon mit der Entwicklung des Kapitalismus, bekommt aber nach dem Zusammenbruch des Sozialismus eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit. Mit der Verdichtung der transnationalen Beziehungen geht eine Zunahme der wechselseitigen Abhängigkeiten einher. Man kann die Globalisierung auf mehreren Ebenen unterscheiden:

Inhaltsverzeichnis

1 Kapital- und Warenverkehr
2 Transport und zunehmende Wanderungsbewegungen
3 Kommunikationsprozesse
4 Kultur
5 Internationaler Rechtsverkehr
6 Internationale Politik
7 Kritik

Kapital- und Warenverkehr
(siehe: Handel)

Der weltweite statistische nachweisbare Warenhandel stieg zwischen 1950 und 1998 um das 17-fache während die statistisch dokumentierte Güterproduktion sich nur um das 6-fache vergrößerte. Die Zahl der direkten Auslandsinvestitionen war zwischen 1970 und 1998 von 21 auf 227 Mrd. US-$ gestiegen. Die Anzahl der transnationalen Unternehmen wuchs im selben Zeitraum von 7000 auf 449000. Neben der Zunahme des Warenverkehrs kam es zu einer massiven Zunahme der Kapitaltransaktionen auf dem Kapitalmarkt.

Die Zunahme des Waren-, Kapital- (GATT-Verträge) und Dienstleistungsverkehrs (GATS-Verträge) wurde vor allem durch die Welthandelsorganisation (WTO - World Trade Organisation), die USA und die EU vorangetrieben. Diese erstreben einen möglichst unbeschränkten, freien Handel. Sie wollen die so genannten vier Freiheiten, Modell für den EU-Binnenmarkt, vorantreiben:

Freier Dienstleistungsverkehr
Freier Warenverkehr
Freier Kapitalverkehr
Freier Personenverkehr (siehe auch Schengener Abkommen)
Den Tendenzen zur Ausweitung des Handels stehen zugleich partiell protektionistische Interessen gegenüber. So wird die Öffnung der Nicht-Industrieländer für Industrieprodukte vorangetrieben, während sich die EU und die USA den Agrar-Produkten anderer Staaten durch Schutzzollmaßnahmen verschließen.

Transport und zunehmende Wanderungsbewegungen
Die Zahl der Personen-Kilometer im internationalen Flugverkehr hat sich seit 1950 mehr als verhundertfacht. Auch die Menge der Luftfracht hat sich seit 1950 mehr als verhundertfacht. Der Umfang der zu See transportierten Güter steigt seit 1920 stark. Mit den Ausweitung des Zug-, Automobil und Luftverkehrs weiten sich der grenzüberschreitende Personenverkehr und der Tourismus stark aus. Durch die faktische Zunahme an Transport- und Reisemöglichkeiten wächst auch die illegale Migration.

Kommunikationsprozesse
(siehe: Digitale Revolution)

Die Zahl der Telefonanschlüsse am weltweiten Telefonnetz hat sich seit 1960 verzehnfacht. Neben dem Telefon entwickeln sich mit dem Mobiltelefon, dem Fax und dem Internet neue Kommunikationstechnologien. Vor allem über das Internet haben sich die grenzüberschreitenden Kommunikationsprozesse vervielfacht und die Zahl der Internetanschlüsse steigt weiter exponentiell...

Kultur
Unter Globalisierung der Kultur verstehen vor allem die Kritiker eine Ausbreitung westlicher Wertvorstellungen und Lebensstile. Eine massive Verbreitung westlicher Werte finde vor allem über das Fernsehen und das Kino statt, aber auch Musik und Mode (wie zum Beispiel die Krawatte) würden weltweit vom Westen beeinflusst. Der Massentourismus in die exotischen Urlaubsländer allerdings führt dort immer öfter zum deutlichen Rückgang der kulturellen Traditionen, weil im Zuge einer wachsenden Abhängigkeit fast nur noch für die Touristen gelebt und gearbeitet werde.

Befürworter sehen in der Globalisierung der Kultur eine Entwicklung zur weltweiten Verfügbarkeit von Elementen aller Kulturen (beispielsweise Restaurants deutscher Tradition in Afrika, afrikanische Musik in Deutschland, etc.). Die Verdrängung der einheimischen Kulturen spiele sich, sagen sie, häufig nur auf einer oberflächlichen Ebene ab. Einflüsse würden modifiziert und in die eigenen kulturellen Wertvorstellungen eingebunden. Außerdem verbessere sich die Situation von vielen Menschen, bzw. Menschengruppen durch den Kontakt mit der westlichen Kultur (zum Beispiel Gleichberechtigung der Frau).

Internationaler Rechtsverkehr
Grundlage aller Globalisierung ist ein Miteinander der Völker in geregelten, rechtlichen Bahnen, eben dem internationalen Rechtsverkehr. Neben einer Vielzahl von völkerrechtlichen Verträgen ist die im Jahre 1961 beschlossene Haager Konvention Nummer 12 zur Befreiung ausländischer öffentlicher Urkunden von der Beglaubigung, bzw. Legalisation die wichtigste Rechtsnorm. Die darin vorgesehene Entbürokratisierung und Vereinfachung des Rechtsverkehrs zwischen den Staaten hat eine Globalisierung, wie sie sich heute darstellt, erst ermöglicht. Sie ermöglicht wegen des hohen Mitgliederstandes einen beinahe weltumspannenden Rechtsverkehr, ohne dass die diplomatischen Dienste in Anspruch genommen werden müssen (Siehe auch Apostille). 234

Internationale Politik
Globalisierungsprozesse sind vielfältig und komplex, sie beschreiben eine Vielzahl ineinander fließender wirtschaftlicher, politischer, ökonomischer, gesellschaftlicher und technischer Prozesse. Sie stellt neue Ansprüche an die Zusammenarbeit zwische Staaten und an die Entwicklung von supranationalen Organisationen (siehe auch Weltkonzern, Weltwirtschaft).

Als erstes Parlament der Welt hat der Deutsche Bundestag 1999 eine Kommission eingerichtet, die sich systematisch mit den Fragen der Globalisierung beschäftigt, die Enquete-Kommission Globalisierung der Weltwirtschaft - Herausforderungen und Antworten, (Bundestagsdrucksache 14/2350), Vorsitzender der Enquete-Kommission ist der Abgeordnete Ernst Ulrich von Weizsäcker (SPD), Stellvertreter ist der Abgeordnete Thomas Rachel (CDU). Der Abschlussbericht der Kommission wurde 2002 dem Parlament vorgelegt (Drucksache 14/9200 [1] (http://www.bundestag.de/gremien/welt/glob_end/)).

Kritik
Wenn heutzutage die "Globalisierung" kritisiert wird, kommt das von sehr unterschiedlichen Gruppierungen (Globalisierungsgegnern):

Die Globalisierungskritik von beispielsweise ATTAC richtet sich gegen die "neoliberale Globalisierung". Gemeint ist vor allem die deregulierte Öffnung der Märkte weltweit im Sinne des Neoliberalismus: Alle Waren und alle Dienstleistungen, einschließlich der Bildungseinrichtungen, des Öffentlichen Verkehrswesens und der Güter der Grundversorgung (z.B. Trinkwasser), sollen demnach nicht unbeschränkt überall verkauft und gekauft werden können. Kritisiert wird, dass diese Form der Globalisierung zu einer Zunahme der weltweiten Ungleichheit führt.

Daneben richtet sich die Globalisierungkritik aus der Zivilgesellschaft gegen mangelnde Demokratie bei der Harmonisierung internationalen Rechtes, insbesondere die Ausschaltung legislativer Organe. Diesen Punkt greift auch Peter Ulrich, ein bekannter Wirtschaftsethiker auf: Im Rahmen des durch die Globalisierung verschärften Standortwettbewerbs treten ohne einen institutionellen Überbau gerade die Organe miteinander in einen gloablen Wettbewerb, die eigentlich dazu da sind, den Wettbewerb in - wie er es nennt - vitalpolitische Bahnen zu lenken. Seiner Ansicht nach sind die Staaten dazu da, die Kräfte des Wettbewerbs in einer Marktwirtschaft zum Wohle der Bürger zu instrumentalisieren. Da sie aber selbst miteinander im Wettbewerb stehen, ohne dass es eine übergeordnete regulierende Instanz gibt, sieht Ulrich die Gefahr, dass es zu Öko- und Sozialdumping kommt (Vgl. Ulrich, Integrative Wirtschaftsethik, 2. Aufl., S. 379 ff.).

Ein weiterer Kritikpunkt ist die zunehmende Umweltzerstörung, weil die Abgase der Flugzeuge, Autos und Fabriken immer mehr zunehmen. Auch verbreiten sich durch den zunehmenden Tourismus Tropenkrankheiten sogar in Länder gemäßigter Breite, weil man sich z.B. im Flugzeug anstecken kann.

Die Globalisierungskritik von deutschen nationalistischen Gruppierungen wie z.B. der NPD wendet sich gegen die zunehmende Angleichung der Kulturen und gegen die abnehmende Bedeutung der Nationalstaaten. Nationalisten wenden sich daher insbesondere gegen die im Zuge der Globalisierung erfolgende Zuwanderung und Völkervermischung.

 

 
 
   

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»... da jedes Individuum der maßgebendste Sachwalter seiner Interessen ist, darf die Gesellschaft ihre Sorge für es nicht zu weit treiben, sonst steht zu fürchten, daß es sich ausschließlich auf sie verlasse und daß der Gesellschaft damit eine Aufgabe zufiele, die sie unfähig wäre zu erfüllen.«

Alexis de Toqueville

 

     

 

   
       

 

       
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 Individualismus

Hinter dem Begriff verbirgt sich ein uralter Streit: Wem kommt der Vorrang zu, dem Einzelnen oder der Gemeinschaft, der Gattung, dem Kollektiv? Häufig ist diese Kontroverse zumeist im Sinne des Aristotelischen "Zoon politikon" - der Mensch als Gemeinschaftswesen - entschieden worden, obwohl es schon in der Antike Bestrebungen gab, das Individuum höher als die Gemeinschaft zu setzen, man denke nur an Caesar. Mit Beginn der Neuzeit und den folgenden Umwälzungen zunächst im theologischen und später philosophischen Denken haben sich die Gewichte etwas verschoben, ohne daß die Kontroverse jemals zum Abschluß gekommen wäre.

Von seinen Grundlagen her betrachtet hat der Liberalismus dabei immer eindeutig Partei bezogen: Für ihn war und ist das Individuum der Ausgangspunkt aller Politik und eben nicht der Stand, der Staat, die Klasse, die Rasse oder die Gattung. Dahinter stand und steht die Überzeugung, daß die ungehinderte Entwicklung des Individuums der Gesamtheit der Menschen am ehesten und meisten nutzt, weil der Einzelne am besten über seine Stärken und Schwächen, und darüber, wie er sie am sinnvollsten und effektivsten einsetzen kann, Bescheid weiß.

Während dies auf rechtspolitischem Gebiet inzwischen in der westlichen Welt zumindest Konsens zu sein scheint, siehe Grundrechte et cetera, gilt dies auch heute häufig in wirtschaftlicher und sozialpolitischer Hinsicht nicht; vielmehr scheinen hier Individualität und Individualismus geradezu das Feindbild von politisch Verantwortlichen jeglicher Couleur zu sein. Der Streit um den Stellenwert des Individualismus geht also auch nach 2500 Jahren unvermindert weiter. J.F

(aus: liberal; Vierteljahreshefte für Politik und Kultur)

 

 

 
   

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»Ihr werdet die Schwachen nicht stärken, wenn ihr die Starken schwächt. Ihr werdet denen, die ihren Lebensunterhalt verdienen müssen, nicht helfen, indem ihr die ruiniert, die ihn bezahlen. Ihr werdet keine Brüderlichkeit schaffen, indem ihr den Klassenhaß schürt. Ihr werdet den Armen nicht helfen, indem ihr die Reichen ausmerzt. Ihr werdet mit Sicherheit in Schwierigkeiten kommen, wenn ihr mehr ausgebt, als ihr verdient. Ihr werdet kein Interesse an den öffentlichen Angelegenheiten und keinen Enthusiasmus wecken, wenn ihr dem einzelnen seine Initiative und seine Freiheit nehmt. Ihr könnt Menschen nie auf Dauer helfen, wenn ihr für sie tut, was sie selber für sich tun sollten und könnten.«

Abraham Lincoln

       

 

         
       

 

       
             

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Sept., 11th  2001

 

 

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