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Kapitalismus

 

Der Kapitalismus ist eine Wirtschaftsordnung, die den Feudalismus und das bürgerlich-handwerkliche Stadtwesen (Manufakturen) im 17. Jahrhundert ablöste.

 

 Dabei versteht man unter Kapitalismus eine Produktionsform in der verschiedene gleichberechtigte Produktionsmittel zum Einsatz kommen: Arbeit, Kapital und Boden. Der Kapitalist bekommt durch den Profit das Risiko, das er mit dem Einsatz seines Kapitals auf sich genommen hat, sowie den vorläufigen Verzicht auf das investierte Kapital abgegolten (Opportunitätskosten). Er stiftet somit Nutzen für die gesamte Volkswirtschaft. In diesem Sinne erscheint er (spätestens nach der Erfindung des Geldes) bereits in der Antike.

 

 Inhaltsverzeichnis

1 Allgemeine Eigenschaften kapitalistischer Ökonomien

1.1 Wachstum (im ökonomischen Sinn)

1.2 Verteilung des Wohlstands

1.3 Netzwerk und Oligopol

1.4 Beschäftigung/Arbeitslosigkeit

1.5 Planung

1.6 Krise oder Zusammenbruch?

2 Theoretiker

2.1 Adam Smith

2.2 Karl Marx und Friedrich Engels

2.3 Max Weber

2.4 Joseph Schumpeter

3 Kritik

4 Kapitalismus und Frieden

5 Imperialismus

6 Zitate

 

 Allgemeine Eigenschaften kapitalistischer Ökonomien

Wachstum (im ökonomischen Sinn)

Es wird postuliert, daß Kapitalistische Ökonomien eine schwankende, aber eindeutige Tendenz in Richtung ökonomischen Wachstums zeigen. Manchmal befanden sich die Volkswirtschaften in zerstörerischen Perioden, wie etwa die Weltwirtschaftskrise, als Niedergang vieler Volkswirtschaften in den 1930er Jahren, und manche sehen, daß nur die Intervention von Seiten des Staates es ermöglichte, den Kollaps der kapitalistischen Ökonomien anzuhalten. Sie meinen, daß nur die staatlichen Interventionen überhaupt in den kapitalistischen Ökonomien ein Wachstum erst ermöglicht hatten, und daß ein ökonomisches Wachstum nicht dem Kapitalismus geschuldet ist, sondern daß er es verhindert. Die Ursachen seien woanders zu finden, etwa im Imperialismus oder in der wissenschaftlichen Forschung. Andere argumentieren, daß Wachstum, oder auch ein Wachstum, das von Demokratien gelenkt werde, prinzipiell schlecht sei. Wie auch immer, gut oder schlecht, trotz oder wegen Kapitalismus, die Geschichte deutet daraufhin, daß kapitalistische Ökonomien wachsen.

 

Verteilung des Wohlstands

Kapitalistische Ökonomien zeigen eine ungleiche Verteilung des Wohlstands. Die große Mehrheit der Menschen ist Arbeitnehmer, eine Minderheit ist Unternehmer und in ihren Händen liegen die Masse des Wohlstandes und des Kapitals. Unternehmer und andere Besitzende können ihr Leben vom Verkauf oder von Zinseinkünften verschiedener Art bestreiten.

 

Netzwerk und Oligopol

Das Hervorbringen einer Netzwerkstruktur und von Oligopolen: kapitalistische Ökonomien haben eine Vielzahl von Unternehmen und auch Leuten, die frei sind, gewisse Vereinbarungen miteinander zu machen. Die Ökonomie reagiert auf Veränderungen in der Technologie, auf Entdeckungen und andere neue Situationen, mithilfe der Firmen und ihrer Individuen, die ihre Arrangements untereinander wieder neu bewerten. Demgemäß scheinen die Kontrollmechanismen der Ökonomie, und der sie betreffende Informationsfluß, sich immer wieder zu verändern und einer Art "Survival of the fittest" zu unterliegen, die der biologischen Entitäten nicht unähnlich ist. Analysen der Netzwerke und Arrangements, der Verflechtungen im Kapitalismus, haben einen Grad von Ähnlichkeit zu anderen Netzwerken, wie etwa dem Telefonsystem oder dem Internet gezeigt. Einen Versuch diese Netzwerke zu visualisieren bietet [1] (http://www.theyrule.net/). Manche sehen die Entwicklung der kapitalistischen Ökonomien als positive Adaptionen in Richtung Verbesserungen an. Andere sehen sie als absichtslos, zufällig und chaotisch.

 

Beschäftigung/Arbeitslosigkeit

In einer kapitalistischen Gesellschaft erhalten die meisten Individuen die finanziellen Mittel für ihren Lebensunterhalt durch entlohnte Arbeit an einem Arbeitsplatz. Allerdings kann es vorkommen, daß Menschen keinen Arbeitsplatz finden, also niemanden, der ihr Angebot von Arbeitskraft "kauft", etwa weil in ihrem Umfeld kein Bedarf vorhanden ist oder weil sie nicht gewillt sind, ihre Arbeitskraft für den von den Unternehmen gebotenen Preis (Entgelt) anzubieten.

 

Planung

Unbekannte und ungeprüfte Planung im gesellschaftlichen Maßstab: Obwohl es innerhalb von Unternehmen und auch anderen Organisationen einen großen Aufwand an Planung gibt, gibt es keine generelle wirtschaftsweite Richtung, keine zuverlässigen wirtschaftlichen Vorhersagen, oder ein Wissen, wie sich eine Firma kurzfristig in den nächsten Jahren orientieren soll. Während heute beinahe jede Transaktion von den Leuten geplant und bestätigt werden muß, die daran teilnehmen, erscheinen viele gesellschaftliche Phänomene, die sich von Geschehnissen eines Marktes ableiten lassen und die selten geplant, vorhergesehen oder von jemanden autorisiert wurden.

 

Krise oder Zusammenbruch?

Abweichend von der allgemein verbreiteten Ansicht, daß der Kapitalismus ein sich fortwährend positiv entwickelndes, nur durch temporäre Wirtschaftskrisen beeinträchtigtes und an sich stabiles System sei, gehen Systemkritiker und auch namhafte Wirtschaftswissenschaftler davon aus, das dies nicht der Fall sei. Statt eine ewige Fortentwicklung anzunehmen, sehen sie den Kapitalismus selbst nur als temporär stabile Episode an, sogar als ein Schneeballsystem, dessen Zusammenbruch praktisch unvermeidlich sei. Empirisch untermauert sehen sie diese Ansicht z.B. durch Analyse der bestehenden Systeme vor der Französischen Revolution von 1789 und der mit dem Jahr 1929 einsetzenden Weltwirtschaftskrise. Auch der Zusammenbruch antiker Hochkulturen wird mit dem kapitalistischen System in Verbindung gebracht.

 

Insbesondere, wenn Kapitaleigner über den so genannten Unternehmerlohn hinaus Gewinne erwirtschaften, kommt es zu einer zunehmenden Ungleichverteilung des Kapitals. Es sammelt sich bei den Eigentümern der Firmen und ihren Kreditgebern, die von den wachsenden Gewinnen oder Zinsen einen immer kleiner werdenden Anteil für ihren Konsum ausgeben, sondern immer mehr sparen und investieren. Bei sinkendem Wachstum werden Investitionen zurückgehalten. Viele getätigte Investitionen in Produktionsanlagen werfen dann nicht mehr die erwartete Rendite ab, und für das bereits durch Verschuldung entstandene Geld gibt es kaum noch Möglichkeiten, es entsprechend der Renditeerwartungen anzulegen. Wenn der Zins sich der Nullgrenze nähert kann es sein, dass nicht mehr genügend Geld für den Kauf der produzierten Waren und Dienstleistungen bei denen verfügbar ist, die kein über das Existenzminimum hinausgehendes Vermögen besitzen.

 

Die große Effizienz und das große Wachstum, welches der Kapitalismus in der Aufbauzeit hervorbringt, kann insbesondere bei mangelndem Wettbewerb zur Anhäufung von Geld auf der einen Seite und parallel aufgenommenen Schulden auf der anderen Seite führen.

Wenn die Wachstumspotentiale in einer entwickelten Volkswirtschaft kleiner werden, kann es aufgrund der Zinslasten zu einer implosionsartigen Konzentration des Vermögens kommen, was zunächst zu Deflation sowie zu anschließender Hyperinflation oder Staatsbankrott führen kann.

In der Folge des Zusammenbruchs des Staats- und Wirtschaftsystems kann es zu Krieg oder Revolution kommen, woraus nach dem Zusammenbruch des Gesellschaftssystems eine weitere kapitalistische Episode hervorgehen kann.

 

Von Manchen wird in einer Demokratie ein Ausweg für möglich gehalten, der leider noch nie beschritten wurde: Der friedliche Übergang zu einer Kreislauf-Marktwirtschaft durch eine konsequente Vermögenssteuer. Dadurch könnten zugleich die leistungsfeindlichen, einkommensabhängigen Steuern oder Abgaben gesenkt werden und so die Wirtschaft wieder positive Impulse erhalten.

 

Theoretiker

Adam Smith

Ein bedeutender Theoretiker des Kapitalismus ist der schottische Nationalökonom und Moralphilosoph Adam Smith mit seinem Hauptwerk "Untersuchung über die Natur und die Ursachen des Nationalreichtums" (1776). Er begründet den Eigennutz als einen wichtigen Motor für Wohlstand und gerechte Verteilung und meint, dass die Selbstregulation des Marktes durch Gleichgewichtspreise mehr Vertrauen verdient ("unsichtbare Hand").

Adam Smith ging grundsätzlich vom Guten im Menschen aus.

 

Karl Marx und Friedrich Engels

Der Begriff des "Kapitalismus" wurde maßgeblich von Karl Marx und Friedrich Engels in der von ihnen begründeten Politischen Ökonomie geprägt. Jede Ware habe einen Doppelcharakter, sie sei sowohl Tausch- als auch Gebrauchswert. Die Vermehrung des Kapitals erfolge über die Ausbeutung fremder Arbeitskraft als Lohnarbeit, in dem diese systematisch unter Wert bezahlt werde und ihr auf diese Weise der Mehrwert vorenthalten werde. Er meinte, wie die kapitalistische Dynamik von ihrem eigenen inneren Antagonismus vorangetrieben wird - die ultimative Grenze des Kapitalismus, der kapitalistischen, sich selbst vorantreibenden Produktivität ist das Kapital selbst, das heißt, der irre Tanz ihrer bedingungslosen Produktivitätsspirale, ist letztlich nichts als eine verzweifelte Flucht nach vorn, um dem ihr selbst inhärenten und sie schwächenden Widerspruch zu entkommen.

 

Max Weber

Der Soziologe Max Weber stellte in seinem Buch Die protestantische Ethik und der 'Geist' des Kapitalismus die These auf, dass Kapitalismus und Bürokratie aus religiösen Gründen entstanden und ihre Weiterentwicklung aus der Reformation bezogen ("protestantisches Arbeitsethos" / protestantische Ethik).

 

Joseph Schumpeter

Der Ökonom Joseph Schumpeter meinte, die "Maschine Kapitalismus" funktioniere nicht schlecht. Ihr Antrieb sei das freie Unternehmertum; gerade der Erfolg, der sich auch in Monopolen zeige, bringe es mit sich, daß der Kapitalismus seine eigene soziale Struktur zerstört, die ihn schützt und stützt, immer wieder zerstört und neu errichtet. Er sah ihn zunächst als Motor der gesellschaftlichen Entwicklung. Jedoch produziere er zunehmend einen Wasserkopf bürokratischer Strukturen und eine "Krise des Steuerstaats", der sein Ende bedeuten könne. Von Schumpeter stammt allerdings auch die Idee der Kreislauf-Marktwirtschaft.

 

Kritik

Der Kapitalismus kennt in seiner postexpansiven Phase keine Automatismen, die die Leistungsträger einer Volkswirtschaft zur Erhaltung des Breitenwohlstands motivieren. Das System neigt dann dazu, sich selbst zu verzehren.

 

Im weiter fortgeschrittenen Stadium entwickelt sich auch in kapitalistisch organisierten Wirtschaftsordnungen der Zentralismus zum dominanten gesellschaftlichen Ordnungsmerkmal. Die Folgen gleichen dabei denen kommunistischer Staatswirtschaften: Einschränkung der Produktvielfalt, Verlangsamung der Innovation etc. Zur Risikovermeidung tendieren die marktbeherrschenden Oligopolisten und Monopolisten bei Luxusgütern zu überhöhten Preisen, bei Basisgütern zur Unterversorgung des Marktes. Die Nachfrageseite, die der Verbraucher, versucht durch Vermeidung von Solidaritätsabgaben (Steuerhinterziehung, Schwarzarbeit) die für sie negativen Folgen dieser Entwicklung abzumildern. Um diese Entwicklung einzudämmen, werden polizeistaatliche Einschränkungen der Persönlichkeitsrechte benötigt. Durch die Strafandrohung, die mittels einer lückenlosen Überwachung durchgesetzt wird, steigt die Unterversorgung des Marktes bei gleichzeitigem Anwachsen von ungenutzten menschlichen und dinglichen Ressourcen.

Symptome dieser Krise sind neben dramatischen Entwicklungen wie Staatsbankrott, Börsencrashes, Standortverschiebungen allein zugunsten des "Shareholder Value", auch in einer gemilderten Form zu sehen: der Inflation. Als weiteres Zeichen wird angesehen, dass Kosten externalisiert und der Allgemeinheit aufgebürdet und Bedürfnisse nur mehr marktorientiert organisiert werden.

 

Kapitalismus und Frieden

Von Befürwortern des Kapitalismus wird die These vertreten, daß er die einzige Wirtschaftsform sei, die Frieden schaffe. Die durch Handel entstandenen Verknüpfungen untereinander würden Nationen bzw. Handelspartner schon wegen des eigenen Nutzens dazu zwingen, friedlich miteinander Handel zu treiben. Dies läßt aber außer acht, daß viele Kriege gerade wegen der Kapitalisten geführt wurden (z. B. die zwei Opiumkriege).

 

Imperialismus

"Kapitalismus" und "Imperialismus" wurden zuerst von Rosa Luxemburg ("Die Akkumulation des Kapitals", 1913) analytisch verbunden, andere Theoretiker des Marxismus, die den diesbezüglichen Zusammenhang zu analysieren versuchten, waren Rudolf Hilferding ("Das Finanzkapital", 1910) oder Nikolai Bucharin ("Imperialismus und Weltwirtschaft", 1917). Am umfassendsten stellte W. I. Lenin das marxistische Verständnis des Imperialismus dar. In der Schrift "Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus" (1917) definiert Lenin den Monopolkapitalismus, der noch zu Lebzeiten von Karl Marx und Friedrich Engels den Kapitalismus der freien Konkurrenz ablöste, als umfassend neues Stadium des Kapitalismus, als dessen höchstes und daher auch letztes Entwicklungsstadium. Diese Leninsch'sche Imperialismustheorie war in weiterer Folge auch Basis für die so genannte Stamokap-Theorie (staatsmonopolistischer Kapitalismus).

 

Zeitgenössische Welt-System-Theoretiker wie Immanuel Wallerstein sehen Imperialismus als Teil eines generellen, graduell anwachsenden Kapitalmarktes, der sein Zentrum in den Industriestaaten hat und sich von einer so genannten Peripherie unterscheidet. Er stimmt damit mit J.A. Hobson überein. Wallerstein meint, der Handel wurde das wichtigste Instrument in der Entwicklung von damals semi-peripheren Ländern, wie Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien oder andere, um sog. "Core Countries" zu werden. Wallerstein erkennt ein formales "Empire" als eine ausführende Funktion, als eine notwendige Folge, ähnlich, dem was die Händler und Kaufleute in England und Frankreich im 17. und 18. Jahrhundert antrieb. Die Expansion der industriellen Revolution hat also eine Ära der nationalen Rivalitäten hervorgebracht, das dem Imperialismus der Staaten in Afrika im 19. Jahrhundert vergleichbar ist.

 

Zitate

"Ich sehe in naher Zukunft eine Krise heraufziehen. In Friedenszeiten schlägt die Geldmacht Beute aus der Nation, und in Zeiten der Feindseligkeiten konspiriert sie gegen sie. Sie ist despotischer als eine Monarchie, unverschämter als eine Autokratie, selbstsüchtiger als eine Bürokratie. Sie verleumdet all jene als Volksfeinde, die ihre Methode in Frage stellen und Licht auf ihre Verbrechen werfen. Eine Zeit der Korruption an höchsten Stellen wird folgen, und die Geldmacht des Landes wird danach streben, ihre Herrschaft zu verlängern, bis der Reichtum in den Händen von wenigen angehäuft und die Republik vernichtet ist." Abraham Lincoln, US-Präsident, 21. November 1864

 

"Dem Kapitalismus wohnt ein Laster inne: Die ungleiche Verteilung der Güter. Dem Sozialismus hingegen wohnt eine Tugend inne: Die gleichmäßige Verteilung des Elends." - Sir Winston Churchill (1874 - 1965), britischer Kriegsberichterstatter und Premierminister

 

"Différance ist ein ökonomischer Begriff. Er bezeichnet, was nur in der Gewalt der Geschichte, die geschrieben wird, liegen kann." - unbekannter Autor

 

"Und gleiche Ausbeutung der Arbeitskraft ist das erste Menschenrecht des Kapitals." Karl Marx, Kapital I, MEW 23, 309

 

Es gibt zahlreiche Theorien über die Vorteile und Nachteile des Kapitalismus. Erstaunlicherweise wird er am heftigsten jeweils von denen kritisiert, die mit ihm und von ihm bequem leben. Natürlich hat der Kapitalismus keine Massenbasis. Von jeher wurde den Massen suggeriert, daß sie ihren Wohlstand dem Staat zu verdanken haben. Und natürlich wurde das zu Unrecht negativ besetzten Worte Kapitalist, Kapitalismus oder kapitalistisches System abgefedert durch Umschreibungen wie soziale Marktwirtschaft oder marktwirtschaftlicher Kapitalismus.


Tatsache ist: Gehungert wird überall auf der Welt, allerdings in den kapitalistischen Ländern weniger als in den sozialistischen Ländern. Der Sozialismus war und ist nicht in der Lage ausgeglichene Lebensverhältnisse herzustellen.

 

 Die versprochene Gleichheit war nie vorhanden. Die die im Sozialismus an den Fleischtöpfen saßen und sitzen sind diejenigen die den Kapitalismus besonders massengerecht und zur Sicherung ihrer Privilegien diskreditieren. Nur im Kapitalismus, wo der Unternehmer, also derjenige der etwas unternimmt und nicht auf „Vater Staat“ wartet, der ohne staatliche Einmischung und Gängelei etwas unternehmen und erwirtschaften kann, ist genug Geld vorhanden um soziale Probleme annähernd zu lösen. Überall das, wo der Staat unternehmerisch tätig wird und mit Geld umzugehen hat, wachsen die Ausgaben ins uferlose und verschärfen sich die Probleme. Bedauerlicherweise setzen Kapitalisten staatlicher Gängelei nur sehr zögerlich Widerstand entgegen. Sie sind zu sehr damit beschäftigt Kapital in Kapital zu verwandeln. Ihre Gegner verfügen meist über (staatlich) bezahlte Zeit um sich in antikapitalistischer Propaganda zu gefallen. Es ist also eine glatte Lüge, wenn behauptet wird wir leben in einem kapitalistischen System.

 

Staatlich bezahlte Sozialisten untergraben seine Glaubwürdigkeit, ertragen ihn zähneknirschend und würden ihn sofort anschaffen, wenn, ja wenn sie einen funktionierenden Ersatz kennen würden. Denn auch im Sozialismus ist nur derjenige erfolgreich, der unternehmerisch denkt und handelt.

Es ist ganz klar, auch im Kapitalismus gibt es Propaganda. Hier heißt sie Werbung und versucht Einkommen zu steigern, Erträge zu verbessern. Der Kunde entscheidet letztlich darüber ob er, trotz oder wegen der Werbung das Produkt haben will. Will er nicht, rettet auch die Werbung das Produkt nicht dauerhaft. Staatliche Propaganda, auch in den westlichen Ländern verfeuert das Geld (Steuern) der Bürger ohne das Produkt entscheidend zu verbessern. (Beispiel: Bundesanstalt für Arbeit und die Werbung…)

 

Politisch ist es heute opportun  den Kapitalismus zu verteufeln.

 

Wir die wir im Kapitalismus leben, bürgerlich leben, (auch der Arbeiter der "Arbeiterklasse" lebt heute bürgerlich, haben nichts zu unserem Erhalt getan. Wir fordern und erbetteln Unterhalt und Gnade von Sozialisten und "sozialen" Politikern und Politikbonzen, die das Geld das von "Kapitalisten" erwirtschaftet wurde verteilen, verbraten und vernichten.

 

Sicherlich, auch der Kapitalismus hat gelegentlich ein häßliches Gesicht. Dennoch die Überlebensregulatorien einer auf Erfolg bedachten und organisierten kapitalistischen Gesellschaft sind eher in der Lage Auswüchse in übersehbaren Zeiträumen zu beseitigen und zielgerichtet zu bekämpfen als auf Systemerhaltung bedacht Sozialisten.

 

Die Zukunft sieht also nicht rosig aus: Den Kapitalisten wird die Hölle heiß gemacht, ihre Aktivität ist verdächtiger den jeh, gleichzeitig mag niemand von den überbordenden und ausufernden Leistungen des Sozialstaates Abschied nehmen. Ein Scheitern ist vorprogrammiert. Da die herrschende Klasse ihre Sozialutopien weiter hemmungslos unter das Volk bringt (und das Volk so dumm und unaufgeklärt ist die Märchen zu glauben) werden wirkliche Reformen nicht stattfinden. Nach einem Scheitern des Sozialismus werden finanziell gut ausgestatte (auf Kosten der Allgemeinheit) Interessenvertreter, Lobbyisten und Politiker in ihren Sesseln dem Crash seelenruhig zusehen können.

 

Und Menschen die systematisch in den letzten 50 Jahren der Eigenverantwortung und der Selbstbestimmtheit entwöhnt wurden haben es verlernt ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Eine Systemveränderung wird nicht stattfinden. Zwar wird durch ständig neue und unnötige Regeln und Gesetze Beschäftigung der Staatsdiener vorgegaukelt, aber solange das Volk mit kleinen demokratischen Zugeständnissen ruhigzustellen ist und die intellektuelle Klasse satt ist, wird sich nichts entscheidend ändern.

Der Kapitalismus erfreut sich keiner Symphatie. Die Massen erlegen einer antikapitalistischen Propaganda und haben bisher nicht ausreichend erkannt, daß sie von gerade den Leistungen des geschmähten Kapitalismus gut leben. Der Kapitalismus funktioniert weil der Unternehmer rational handelt. Durch die permanente Umverteilung kommt selbst der letzte linke Genosse und Sozialschmarotzer in den Genuß kapitalistischer Früchte, die ihm vom Sozialstaat großzügig gewährt werden.

Die Zeit ist abzusehen, der, unter immer strengeren Auflagen und mit immer höheren Abgaben belegte,  von Kapitalisten erwirtschaftete Gewinn wird nicht ausreichen die Forderungen der verwöhnten und entwöhnten (der Selbstverantwortung) Massen zu befriedigen.

»Ihr werdet die Schwachen nicht stärken, wenn ihr die Starken schwächt. Ihr werdet denen, die ihren Lebensunterhalt verdienen müssen, nicht helfen, indem ihr die ruiniert, die ihn bezahlen. Ihr werdet keine Brüderlichkeit schaffen, indem ihr den Klassenhaß schürt. Ihr werdet den Armen nicht helfen, indem ihr die Reichen ausmerzt. Ihr werdet mit Sicherheit in Schwierigkeiten kommen, wenn ihr mehr ausgebt, als ihr verdient. Ihr werdet kein Interesse an den öffentlichen Angelegenheiten und keinen Enthusiasmus wecken, wenn ihr dem einzelnen seine Initiative und seine Freiheit nehmt. Ihr könnt Menschen nie auf Dauer helfen, wenn ihr für sie tut, was sie selber für sich tun sollten und könnten.«

Abraham Lincoln

 

 

 

 

 

"Es ist wirklich schwer einzusehen, wie Menschen, die der Gewohnheit, sich selbst zu regieren, vollständig entsagt haben, imstande sein könnten, diejenigen gut auszuwählen, die sie regieren sollen; und man wird niemanden glauben machen, eine freiheitliche, tatkräftige und weise Regierung könne jemals aus den Stimmen eines Volkes von Knechten hervorgehen."

Alexis de Tocqueville

 

 

 

 
   

 

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»Jeder Mensch ist frei geboren und hat die gleichen Rechte in der Gesellschaft. Deshalb soll jeder die Chance haben, seine Talente zu entwickeln, sein Leben zu gestalten und Verantwortung für sich und andere zu tragen.«

Unabhängigkeitserklärung der USA 1776

 

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Konservativismus
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie


Konservatismus oder auch Konservativismus (von lateinisch conservare - bewahren) ist ein Sammelbegriff für politische, gesellschaftliche oder religiöse Bewegungen, deren Hauptziel es ist, die bestehende Gesellschaftsordnung zu bewahren oder Veränderungen so zu gestalten, dass Revolutionen unnötig werden. Konservatismus ist keine philosophisch definierte politische Haltung mit abstrakten Werten, sondern jeweils auf die historische Situation bezogen - der Konservatismus des 19. Jahrhunderts hatte andere Ideale als der Konservatismus des 21. Jahrhunderts, der Konservativismus in Amerika vertritt andere Werte als der Konservatismus in der Schweiz.

Die genaue Definition des Begriffes ist relativ schwierig, u.a. auch durch die Unterscheidung von liberalkonservativem, nationalkonservativem als auch christlichkonservativem Gedankengut. Oftmals wird auch in die zwei Hauptrichtungen Wertkonservatismus und Strukturkonservatismus eingeteilt. In den Vereinigten Staaten wird zunehmend der Begriff des Neokonservativismus prägend. Im Bereich der "Konservativen Revolution" schufen Intellektuelle in der Weimarer Republik eine Verbindung zwischen nationalkonservativem und nationalsozialistischem Gedankengut.

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Geistige Vertreter
Bereits Platons Ideen über den Staat können als "urkonservativ" verstanden werden. Als einer der wichtigsten Denker des modernen Konservatismus gilt der englische Philosoph Edmund Burke. Einigen gilt er als "Vater des Konservatismus".

 
 
   

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Kriege

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Kriege

 

 Zum Krieg braucht man einen, zum Frieden braucht man zwei.

 

Krieg ist ein Konflikt zwischen Staaten, Völkern sowie anderen politischen Gruppen (vgl. "Bürgerkrieg", "Guerrilla"), der durch organisierten Einsatz von Waffen ausgetragen wird. Krieg bezeichnet somit einen Streit, in der zumindest eine der beteiligten Kriegsparteien ihre Machtansprüche gegenüber der anderen durch eine massive Anwendung von physischer Gewalt, insbesondere zur Tötung von Menschen, geltend zu machen sucht.

 

Gegensatz des "Krieges" ist der "Frieden". Die sozial sehr häufigen 'Zwischenzustände' werden zum Beispiel mit "Kalter Krieg" (2003 auch mit "Krieg gegen den Terror") umschrieben. Völkerrechtlich ist (übrigens seit der mittelmeerischen Antike) zu seinem Beginn die "Kriegserklärung" vorgesehen, wird aber gerne durch den Angriff selbst ersetzt. Ein formaler Kriegszustand, bei dem jedoch die Waffen schweigen, heißt Waffenstillstand, ein formales Eingeständnis der Niederlage Kapitulation.

 

Die "bewaffnete" Auseinandersetzung zwischen Nationen oder Unternehmen, bei der keine Feuerwaffen, sondern Patente, Zölle, Devisenspekulation oder das Ausspionieren des Gegners mit dem Ziel der Vernichtung juristischer Personen eingesetzt werden, wird umgangssprachlich Wirtschaftskrieg genannt. In diesem Artikel wird ausschließlich auf den Krieg mit Feuerwaffen im weitesten Sinne (einschließlich ABC-Waffen) eingegangen.

 

Kriege haben weite Strecken der menschlichen Kulturgeschichte begleitet. Vermutlich wurde - wie z. B. in der griechischen Antike - der "Krieg" eher als Normalzustand empfunden, der "Friede" hingegen bedurfte besonderer Vertragsschlüsse (vgl. das lateinische pax von pactum = Vertrag). Anders in längeren Perioden der Neuzeit, nach langwirkenden Friedensschlüssen (1648 Westfälischer Friede, 1815 Wiener Kongress, Gründung der Uno 1945 - wo der Frieden zunehmend als der wünschenswerter Normalzustand angesehen wurde. Das Zitat Für Krieg braucht man einen, für Frieden braucht man zwei beschreibt die Schwierigkeit dieses Wandels.

 

Inhaltsverzeichnis [AnzeigenVerbergen] 

1 Kriege in der Geschichte

2 Codifizierung der Aggression

3 Krieg und Politik

4 Kriegsursachen

4.1 Auslöser

4.2 Besondere regierungspolitische Motive

4.3 Selektive Überbevölkerung

4.3.1 Beispiele

5 Militärstrategie

6 Ressourceneinsatz

7 Zerstörungen

8 Alternativen

9 Begriffe

 

Kriege in der Geschichte

Die Kriegsführung selbst hat in Geschichte und Gegenwart unterschiedliche Phasen durchlaufen. Hierbei sind die jeweilige Einstellung der Zeitgenossen zur "Normalität" des Krieges und zur jeweiligen Waffentechnologie bedeutend.

 

Die Frühzeit der Kriege dürfte dem entsprochen haben, was heute unter "bewaffneter Konflikt" eingeordnet wird: Kleinere lokale Gruppen befehdeten sich in oft schlecht organisierter Form und in wechselseitigen Allianzen. Solche bewaffneten Auseinandersetzungen wurden später abgelöst von Kriegen, die mit Hilfe von Armeen ausgetragen wurden. Gewissermaßen kann diese Art von Krieg als "Duell" der Machthaber der jeweiligen Kriegsparteien verstanden werden, die sich der "Waffe" eines Heers bedienen.

 

Im Zuge immer größerer Armeen und der von ihnen ausgehenden Plünderungen entwickelte sich die Idee des "gehegten" Krieges. Wenn schon Krieg, so die Grundaussage, dann bitte im zivilisierten Rahmen: In Europa findet der Umdenkungsprozess am Ende des Dreißigjährigen Krieges statt: Der Westfälische Frieden 1648 bringt zum ersten Mal das Prinzip der Nichteinmischung in die Angelegenheiten fremder Staaten in die Diskussion.

 

Es entwickelt sich das kodifizierte Kriegsrecht und das Kriegsvölkerrecht (siehe hier (http://www.fak4.ch/truppeninfo/kriegsvoelkerrecht.htm)). Am bedeutsamsten wurden diesbezüglich die Genfer Konvention von 1864, die Haager Landkriegsordnung von 1907 (mit ihrer strikten Trennung zwischen Zivilisten und Kombattanten) sowie das Genfer Abkommen über die Behandlung der Kriegsgefangenen von 1949. In Genf hatte der Völkerbund 1920 bis 1946 seinen Sitz, und das Internationale Rote Kreuz seit 1864.

 

Weiterhin wurde versucht, bestimmte als unnötig grausam verstandene Waffen zu verbieten. Dies gelang zum Beispiel bei den Dum-Dum-Geschossen. Über das Verbot anderer Waffen, zum Beispiel der Anti-Personen-Minen, wird zur Zeit diskutiert, doch trotz ihrer Ächtung werden weiterhin die "erlaubten" Antipanzerminen gebaut, welche als versteckte Ladung beispielsweise durchaus auch von ungepanzerten Zielen ausgelöst werden können.

 

Die Sinnlosigkeit des Versuches, Krieg in zivilierten Bahnen führen zu können, wurde vor allem im Ersten und insbesondere im Zweiten Weltkrieg deutlich, da diese sich als Kriege zwischen ganzen Völkern verstehen lassen. Aufgrund der Mobilisierung der gesamten Reserven der jeweiligen Nationen für Kriegszwecke, erwies sich zum Beispiel die Trennung zwischen Zivilisten und Kombattanten als Makulatur.

 

Stattdessen kam es in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts zur Strategie der "verbrannten Erde", die die Deutschen im Osten Europas anwandten, zum englisch-amerikanischen Bombenkrieg gegen deutsche Städte, zu Massenselbsttötungen in Deutschland und Japan oder zu den amerikanischen Atombombenabwürfen.

 

In Folge dieser negativen Erfahrungen entwickelte sich nach 1945 - zum Teil auch unter kritischer Berücksichtigung des Wettrüstens im Rahmen der Abschreckungsstrategien des Kalten Krieges - die Einstellung, dass Kriege generell vermieden werden sollten.

 

Erst nach dem Ende des kalten Krieges werden "heiße Kriege" wieder zunehmend als erlaubtes Mittel zur Erreichung politischer Ziele angesehen. Dabei ist die Tendenz festzustellen, die Doktrin der Nichteinmischung in die Angelegenheiten fremder Staaten aufzugeben zugunsten einer militärischen Durchsetzung von Menschenrechten.

 

Offenbar entwickelt sich - zumindest in der westlichen Welt - die Einstellung weg von der Idee "Volk gegen Volk", und hin zu der Vorstellung, dass Kriege eine Art Polizeiaktion "Welt gegen ausscherendes Mitglied" seien. (Wie weit im konkreten Fall andere Motive bei den Kriegsursachen mitspielen, oder wie weit ein Krieg dieser Durchsetzung tatsächlich nützt, sei dahingestellt) Auch durch die Weiterentwicklung der Waffentechnologie ("smart bombs") wird eine solche Denkweise wieder möglich.

 

Codifizierung der Aggression

Immer wieder wurde in der Geschichte versucht, die Kriegsführung bestimmten Regeln oder moralischen Vorgaben zu unterwerfen, also zu einer Art Verhaltenskodex zu finden. Die sich im Krieg Bahn brechende Aggression wird "höheren Werten" unterworfen - und letztlich damit auch relativiert.

 

Krieg polarisiert die Geister. An den Extremen stehen die Militaristen, die Krieg als Normalzustand betrachten, und die Pazifisten, die Krieg um jeden Preis vermeiden wollen. Die Wertungen der meisten Menschen liegen irgendwo dazwischen. Nach verlorenen Kriegen neigen die Menschen dazu, Krieg generell zu verdammen. So kamen in Deutschland nach 1945 Formeln wie "Nie wieder Krieg" auf (bekannt ist das Plakat von Käthe Kollwitz mit diesem Titel). Nach Siegen hingegen wird der Krieg verherrlicht. So ist die Welt voll von Siegesdenkmalen, Thriumphbögen und anderen Erinnerungen an große militärische Erfolge.

 

Oft wird der Krieg geradezu heroisiert. Immanuel Kant beispielsweise schreibt "Selbst der Krieg, wenn er mit Ordnung und Heiligachtung der bürgerlichen Rechte geführt wird, hat etwas Erhabenes an sich und macht zugleich die Denkungsart des Volks, welches ihn auf diese Art führt, nur um desto erhabener, je mehreren Gefahren es ausgesetzt war und sich mutig darunter hat behaupten können: da hingegen ein langer Frieden den bloßen Handelsgeist, mit ihm aber den niedrigen Eigennutz, Feigheit und Weichlichkeit herrschend zu machen und die Denkungsart des Volks zu erniedrigen pflegt."

 

Dieser Wertungsansatz, der zwischen dem "geordneten" und dem nicht geordneten Krieg unterscheidet, wird ziemlich häufig in der europäischen Literatur getroffen. Auf der anderen Seite stehen die, die im Prinzip mit der gleichen Grundüberlegung wirtschaftlichen Wohlstand als beste Kriegsprävention ansehen. Hier neigt man dazu, die Perversionen des ungehegten Krieges als Normalzustand des Krieges darzustellen. Daraus folgen Überlegungen, wie Krieg vermieden werden kann und Versuche, einen ewigen Frieden zu erreichen. Der Krieg wird so als das absolute Böse angesehen, als das Werk von moralisch verkommenen Machthabern, die aus niederen Motiven ihr Land in einen Krieg stürzen.

 

Es gibt auch Ansichten, dass sich der Charakter des Krieges geändert habe und folglich heute ein "gehegter Krieg" nicht mehr möglich sei. Dass sich die Formen des Krieges ändern, ist aber eine Feststellung, die so alt ist wie die Geschichte der Menschheit. Bekannt ist die Aussage, der Krieg sei der Vater aller Dinge (Heraklit). Neue Kriegsformen wurden zu allen Zeiten als ordnungswidrig geachtet, häufig als Verstöße gegen eine göttliche Ordnung. Heute werden in unserer abendländischen Kultur bestimmte Kriegsformen als zulässig dargestellt (etwa Bombenabwürfe auf Städte), während andere Kriegsformen (etwa sog. Selbstmordattentate) als unanständig interpretiert werden, während in der islamischen Welt oft die gegenteilige Ansicht anzutreffen ist.

 

Krieg ist nicht nur ein Mittel staatlich organisierter und gelenkter Politik. Neben den Staaten, die als kriegführende Seite ein Heer hatten, spielten offenbar zu allen Zeiten die ,nicht regulären' Gruppen im Krieg eine erhebliche Rolle: Kosaken, Jäger, Husaren, Samurai, Partisanen, in der neuerer Zeit die Guerilla, Freischärler, Milizen und Taliban. Was nicht regulär ist, wird politisch diskutiert. Bei noch genauerem Hinsehen allerdings merkt man, dass die Theorie des irregulären Kämpfers (Partisanen) eine Weiterentwicklung der Clausewitzschen Theorie ist, wie sie die Clausewitz-Kenner Lenin und Carl Schmitt vorgenommen haben.

 

Somit scheitert auch der Versuch, zwischen einem Konflikt und einem formal erklärten Krieg zu unterscheiden und die Bezeichnung "Krieg" auf jene Konflikte einzuschränken, die mit einer formalen Kriegserklärung einhergehen.

 

Zu diesen kleinen Kriegen zählen Krawalle, Aufstände, der Staatsstreich, Bürgerkriege usw. In ihnen zeigt sich die eigentliche, ungehemmte Art eines Krieges. Sie bilden die überwältigende Mehrzahl aller Kriege; die "regulären" Kriege zwischen Staaten und regulären Truppen bilden demgegenüber die Ausnahme.

 

Krieg und Politik

Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland bestimmt im Artikel 26 (1): "Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen."

 

Carl von Clausewitz, Vom Kriege: "So sehen wir also, dass der Krieg nicht bloß ein politischer Akt, sondern ein wahres politisches Instrument ist, eine Fortsetzung des politischen Verkehrs, ein Durchführen desselben mit anderen Mitteln. Was dem Kriege nun noch eigentümlich bleibt, bezieht sich bloß auf die eigentümliche Natur seiner Mittel."

 

Kriegsursachen

Kriege werden geführt, weil sie sich oft für den Sieger lohnen. Neben dieser allgemeinen Feststellung gibt es eine Reihe spezifischer Gründe, die einen Krieg verursachen:

 

Drohende Unterlegenheit gegenüber Konkurrenten

Beutelust

mangelnde Wehrhaftigkeit potentieller Ziele

Ressourcenmangel

Politisches Hegemoniebestreben

Drohender Verlust von Einfluss in besetzten bzw. annektierten Gebieten

Die Absicht eine ideologische Vormachtstellung zu sichern oder zu festigen (Afghanistan/A-Krieg der UdSSR)

Religiöser Fanatismus (z.B. falsch verstandener Dschihad, Kreuzzüge)

Innenpolitische Bestrebungen, das eigene Volk von Misständen im eigenen Land abzulenken.

Ethnische Konflikte in multinationalen Staaten

Selbstvertrauen

Kulturelle Eigenheiten, die auf Krieg basierende Rituale ergeben (Bsp.: "Blumenkriege" der Azteken)

Missverständnisse

Hauptursachen der Kriegsführung waren bisher i.d.R. Hegemoniebestreben, das Ziel der Unterwerfung anderer und die Erbeutung von Ressourcen. So sollten sich zum Beispiel die Kolonialkriege vor allem durch die Verwendung der erbeuteten Rohstoffe rechnen.

 

Auslöser

Hierzu werden mitunter kriegsauslösende Einzeltaten inszeniert (Erster Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg) oder wirtschaftliche Konflikte provoziert (Zoll, Patentrecht, Einfuhrbeschränkungen). Da sowohl Attentate als auch Terrorakte die moralische Rechtfertigung für einen Krieg bilden können, kommt der Inszienierung eines Krieges oft höhere Bedeutung zu, als der späteren Durchführung. Dies ergibt sich aus der Tatsache, dass Kriegsführung neben logistischen und humanitären Gesichtspunkten vor allem ökonomische Zwänge birgt.

 

Besondere regierungspolitische Motive

Vor allem in ärmeren Ländern ist zu beobachten, dass durch innenpolitisches Kalkül begonnene Kriege ein Klima der Härte erzeugen. Dabei rechnet die Regierung eines solchen Landes damit, dass das Volk durch eine Kriegshandlung hauptsächlich mit unmittelbaren Lebensfunktionen wie Nahrung, Kleidung, Wohnung so beschäftigt sein wird, dass es keine Zeit mehr hat, sich mit Themen wie Regierung, Politik oder Wirtschaft zu beschäftigen. Eine Regierung kann versuchen, auf diese Weise Kritik zu unterdrücken.

 

Wohlstandsnationen führen Kriege meist abseits der eigenen Heimat. Eine drastische Einengung der Lebensgrundlage ist in diesen, eher höher gebildeten Bevölkerungen meist nicht vermittelbar und würde nicht breit akzeptiert. Dennoch wird in der Heimat eine "psychologische Militarisierung" auf das gesamte Volk übertragen, welche auf Patriotismus und Duldung der Beschneidung von Grundrechten, beispielsweise im Wege der Terrorismusbekämpfung, abzielen.

 

In beiden Fällen handelt es sich um eine Art der Flucht nach vorn, im Zusammenhang mit bereits unabhängig vom Krieg bestehenden Strukturproblemen im eigenen Land bzw. drohendem Machtverlust der Regierung. Die Tatsache, sich im Krieg zu befinden, kann als Rechtfertigungsgrund für unterschiedliche Einschränkungen (zum Beispiel der Menschenrechte oder der Sozialversorgung) verwendet werden.

 

Da eine Bevölkerung sich zumeist in relativer Akzeptanz mit ihrer Regierung befindet (gestützt durch staatlich gelenkte Medien oder durch echte Akzeptanz von aggressiven Expansionsabsichten bzw. durch stillschweigendes Erdulden der Staatsführung), stellt die Wechselwirkung zwischen der Volksmeinung einerseits und der Legitimation einer Regierung Krieg zu führen andererseits, ein besonders wichtiges Instrument der Militarisierung im Vorfeld der Kriegsführung dar.

 

Selektive Überbevölkerung

Selektive Überbevölkerung bezeichnet nicht eine überhohe Bevölkerungsdichte pro Quadratkilometer, sondern die Überbesetzung durch eine soziale Schicht. In einem durch selektive Überbevölkerung ausbrechenden Krieg drängt meist ein Teil des Volkes oder das gesamte Volk auf den Krieg. Teile dieser sozialen Schicht sind in einer solchen Situation gezwungen, die Schicht zu wechseln. Da ihre Ausgangslage bereits problematisch ist, werden sie eher ab- als aufsteigen. Demgegenüber kann die Erweiterung des Herrschaftsgebietes (und dadurch die Schaffung neuer Nischen) durch Krieg vorteilhafter erscheinen.

 

Beispiele

Die aggressive Kolonisation Südamerikas, da nach dem Ende der Reconquista in Spanien die dortigen Expansionsmöglichkeiten für den niederen Adel praktisch entfielen .

Die Eroberung und Kolonisation Ostpreußens durch den deutschen Orden

In jüngerer Zeit Angriffe relativ reicher afrikanischer Staaten auf ärmere Nachbarländer (beispielsweise einiger nordafrikanischer Nationen auf südliche Nachbarn).

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Militärstrategie

Die militärische Strategie ist der Plan, um den Zweck des Krieges zu erreichen. Zweck des Krieges ist nach Clausewitz immer der Friede, in dem die eigenen Interessen dauerhaft gesichert sind.

 

Militärische Strategien ändern sich mit der Waffenentwicklung. In der Geschichte wurden häufig dominante Mächte zurückgeworfen, weil neuere, wirksamere Waffen entwickelt wurden. Aber auch ohne Neuentwicklung von Waffen können bessere strategische Planungen einen Krieg entscheiden, u. U. auch aus der Unterlegenheit heraus.

 

In der Militärstrategie geht es immer darum, durch geschickte räumliche und zeitliche Anordnung der Gefechtssituationen den Erfolg herbeizuführen. Als Krönung gilt es allgemein, wenn man ohne einen Kampf den Sieg davonträgt. "Kriegslisten" sind daher ein wesentliches Element des Krieges. Die wohl berühmteste Kriegslist der Geschichte ist die des trojanischen Pferdes.

 

Militärstrategie lässt sich nach Edward Luttwak in zwei Dimensionen aufspannen. Einer Horizontalen und einer Vertikaklen. Die Horizontale Ebene entspricht der temporären Abfolge jeder strategischen Operation inklusive Clausewitzs Kulminationspunkt. Die Vertikale Dimension gliedert sich in mehrere Ebenen. Die unterste ist die technische Ebene, diese umfasst die Effektivität, als auch die Kosten von Waffensystemen, und damit auch der Ausbildungsstand und Leistungsfähigkeit der einzelnen Soldaten. Als nächstes folgt die taktische Ebene. Sie umfasst die untere Militärische Führung also alles bis Batallions oder Brigadeebene, sowie die Moral der Truppe und beinhaltet vor allem die Geländeausnutzung. Als nächstes folgt die operative Ebene. In dieser findet sich die militärische Strategie von Divisionsebene und aufwärts. Hier werden größere militärische Manöver unter anderen Gesichtspunkten wie in der taktischen Ebene geplant und ausgeführt. Hier entscheiden weniger das Gelände als beispielsweise die zur verfügungstehenden Ressourcen inklusive die Einbeziehung wirtschaftlicher Kapazität. Als oberste Ebene gilt die Gefechtsfeldstrategie. In ihr entscheiden einzig und alleine die politischen Ziele und Eigenheiten der kriegführenden Parteien.

 

Zu den berühmtesten strategischen Denkern gehören Sun Tzu (Die Kunst des Krieges) und Carl von Clausewitz (Vom Kriege).

 

Ressourceneinsatz

Wegen der extremen Belastung, die diese Art der Auseinandersetzung den Ressourcen der kriegsführenden Parteien auferlegt, ist eine positiv gestimmte eigene Öffentlichkeit für eine kriegführende Institution oder Nation von kriegsentscheidender Bedeutung.

 

Zerstörungen

Jeder Krieg ist, neben dem Verlust von Infrastruktur oder Arbeitsplätzen, immer auch mit Tod und furchtbarem Leid verbunden. Diese entstehen einerseits als zwangsläufige "Nebenfolgen" des Waffeneinsatzes gegen Menschen, andererseits aus strategischen Gründen (zum Beispiel beim Sprengen von Brücken oder durch Vergiftung von Grundnahrungsmitteln), zum Teil wird die Zerstörung von Gebäuden, ja der ganzen Infrastruktur des Kriegsgegners aber auch bewusst herbeigeführt, um die Zerstörungskraft einer Armee zu demonstrieren und den Gegner einzuschüchtern (zum Beispiel "Shock and awe"-Doktrin des dritten Golfkriegs). Von dieser Taktik können natürlich bisweilen bestimmte Objekte verschont bleiben (beispielsweise Prag oder Fürth im Zweiten Weltkrieg).

 

In nahezu allen Kriegen und bei allen Armeen werden in bestimmten Situationen Kriegsverbrechen begangen (z.B. Folterungen, Übergriffe auf die Zivilbevölkerung, etc.). Das große Machtgefälle in Kriegsgebieten und die weitgehende Freiheit vor Strafverfolgung bauen in Verbindung mit der Allgegenwart des Todes natürliche Hemmschwellen ab.

 

Alternativen

Da als eine der "rationalen" Kriegsursachen der Kampf um Ressourcen gilt, werden Kriege umso unwahrscheinlicher, je günstiger Ressourcen einer Region für eine andere Region verfügbar werden, ohne in einer kriegerischen Auseinandersetzung unter Lebensgefahr erobert werden zu müssen. Damit sind Kriege wirtschaftlich um so uninteressanter, je besser die bestehenden Ressourcen im Wege von Vereinbarungen genutzt werden.

 

Alternative zum militärischen Widerstand ("Krieg"), wenn man angegriffen wird, sind die Konzepte des "zivilen Widerstands".

 

Da Volkswirtschaften (ebenso wie Regionen, Städte und Familien) in erster Linie ihre eigenen Interessen vertreten und Ressourcen zurückhalten, erscheint dieses "Idealbild" der Welt utopisch.

 

Begriffe

Häufig werden durch Völkerrecht zulässige und unzuläs