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The philosophy of Liberty is based on the principle of Self-Ownership

>all kinds of socialism cause poverty<

   
   

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Pornographie

Pornografie bzw. Pornographie (bedeutet eigentlich Hurenschrift; von lat.: porna = ein von Huren aufgeführtes Schauspiel im alten Rom, oder altgriech.: porne = Dirne, pornos = Hurer, porneia = Unzucht + altgriech.: graphein = schreiben) ist die direkte Darstellung der menschlichen Sexualität, wobei die Geschlechtsorgane in ihrer sexuellen Aktivität betont werden.

Vorrangige Absicht ist es dabei, den Konsument pornografischer Schriften, Tonträger, Bilder oder Filme sexuell zu erregen. Im Gegensatz zur Erotik beschränkt sich Pornografie in den meisten Fällen auf die reine Darstellung der Geschlechtsteile respektive des Geschlechtsaktes, die Grenzen zwischen den beiden Bereichen sind jedoch fließend.

Was als Pornografie empfunden wird, ist umstritten und von der persönlichen Einstellung des Einzelnen und seinen weltanschaulichen Vorstellungen abhängig. Letztere werden wiederum von der kulturellen Umgebung entscheidend mitgeprägt. In Deutschlands rechtlichem Sinn als "pornografisch" eingestuft werden Schriften, Tonträger und Bilder meistens dann, wenn sie die von den allgemeinen gesellschaftlichen Wertvorstellungen gezogenen Grenzen des sexuellen Anstands eindeutig überschreiten. Der Gesetzgeber geht bei Pornografie also von Obszönität aus (Lex Heinze).

Die Verbreitung von Pornografie (in Form von pornografischen Schriften, Bildern, Tonträgern, Filmen und Videos) unterlag zu verschiedenen Zeiten der staatlichen Zensur. Wegen des im Grundgesetz in Artikel 5 Absatz 1 verankerten Verbots der Vorzensur ist die Verbreitung von Pornografie grundsätzlich nicht generell verboten, sondern nur aus Gründen des Jugendschutzes eingeschränkt. Ausnahme: Einem generellen Verbreitungsverbot in Deutschland unterliegen pornografische Medien, die

sexuelle Handlungen präsentieren, die im Kontext zu Gewalt stehen oder solche mit Tieren zum Inhalt haben (z.B. das Zeigen einer tatsächlichen oder fiktionalen Vergewaltigung oder Erzwingen von sexuellen Handlungen sowie zoophile Handlungen (§ 184a (http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/stgb/__184a.html) StGB),
Kinderpornografie zum Inhalt haben. § 184b (http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/stgb/__184b.html) StGB verbietet über die Verbreitung hinaus auch den Erwerb und den Besitz von Kinderpornografie. Da Tatbestand der Kinderpornografie stets den sexuellen Missbrauch eines Kindes (= unter 14 Jahren) voraussetzt, hat der Gesetzgeber den Erwerb und Besitz zusätzlich unter Strafe gestellt, um professionellen Kinderpornografie-Händlern beizukommen. Denn zu der Zeit, als nur die "Verbreitung" von Kinderpornografie strafbar war, redeten sich die Tatverdächtigen stets damit heraus, ihre Video- oder ihre Magazinsammlung mit sexuellen Handlungen an und mit Kindern sei nicht zur Verbreitung bestimmt, sondern würde nur ihrem privaten Konsum dienen.
Außerdem ist es nach § 176 IV Nr. 4 (http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/stgb/__176.html) StGB strafbar, "auf ein Kind (unter 14 Jahren) durch Vorzeigen pornografischer Abbildungen oder Darstellungen, durch Abspielen von Tonträgern pornografischen Inhalts oder durch entsprechende Reden einzuwirken".
Von feministischer Seite oft kritisiert wird Pornografie als die Darstellung der Frau als bloßes Objekt männlicher sexueller Begierden. Umgekehrt wird aber auch der Mann Lustobjekt der Frau. Ferner übersieht diese oft universell formulierte Kritik an der Pornografie die enorme Bandbreite pornografischer Angebote, sowohl innerhalb heterosexuell orientierer Pornografie als auch was homo-, bi- oder transsexuelle Pornografie betrifft. Die These, dass Pornografie generell patriarchale Machtstrukturen darstellt und installiert, wie sie sich schon am Titel der PorNO-Kampagne ablesen lässt, ist deshalb eher unwahrscheinlich und zugunsten einer differenzierteren Analyse und Kritik pornografischer Darstellungsstrategien von ausgelebter Sexualität zu ersetzen.

Einige Wissenschaftler behaupten einen Zusammenhang von Pornografie und strafbaren sexuellen Handlungen. Malamuth, Addison und Koss veröffentlichten 2000 im Annual Review of Sex Research eine Studie zum Thema, nach der es einen derartigen Zusammenhang gebe. Sie heben weiterhin hervor, dass Männer mit aggressivem Potenzial anders auf Pornografie reagierten als die übrigen Männer. Auch auf Kinder kann nach jüngsten Studien der Zugang auf Pornografie eine negative Wirkung haben. Laut einer Untersuchung der Organisation Young Media Australia ist in den letzten Jahren die Anzahl der Fälle drastisch gestiegen, in denen Kinder unter 10 sexuelle Gewalt ausübten. In 90 % der Fälle gaben die Kinder an, mit Online-Pornografie in Berührung gekommen zu sein, und ein Viertel der Kinder benutzte das Internet ausschließlich zu diesem Zweck. ([1] (http://www.theage.com.au/articles/2003/11/25/1069522610784.html)) Ursache und Wirkung sind durch solche Studien allerdings nicht unterscheidbar.

Die Darstellung und Verbreitung von so genannter „einfacher“ Pornografie (also solcher, die nicht unter die oben zitierten Verbotsvorschriften der §§ 184a und 184 b StGB fällt) ist in Deutschland nicht strafbar, wenn der Konsument der Pornografie mindestens 18 Jahre alt ist. Sie darf allerdings nur an Orten angeboten und beworben werden, die Kindern und Jugendlichen nicht zugänglich sind (Sexshops, Erwachsenenvideotheken, Verkauf von entsprechendem Material nur „unter dem Ladentisch“ an Erwachsene). Die Rechtslage ist in anderen Ländern häufig restriktiver.

Pornografie darf in Deutschland nicht im frei empfangbaren Fernsehen gezeigt werden. Eine modifizierte Ausnahme bieten Bezahlfernsehsender wie Premiere. Da nach § 3 Absatz 4 Nr. 10 des „Staatsvertrags über den Schutz der Menschenwürde und den Jugendschutz in Rundfunk und Telemedien (Jugendmedienschutz-Staatsvertrag JMStV) pornografische Sendungen als unzulässige Angebote qualifiziert sind, werden in Bezahlfernsehsendern bislang regelmäßig nur Produktionen ausgestrahlt, die im Zusammenhang mit pornografischen Filmaufnahmen durch eine zweite Kamera mitgeschnitten worden sind. Das bedeutet, daß die Darsteller am Pornoset zwar zu sehen (und zu hören) sind, die Nahaufnahmen von sexuellen Handlungen aber entweder unterbleiben oder nur angedeutet sind. Die Nutzung solcher Bezahlfernsehprogramme setzt einen entsprechenden Altersnachweis (ab 18 Jahren) des Kunden voraus.

Jedoch gibt es seit 1. April 2004 Hardcore im TV als Kanal "Blue Movie". Sogar frei emfangen kann man das österreichische "6TV", welches nachts einfach unverschlüsselt Hardcore-Szenen überträgt.

 

 

 
   

 

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In dieser Spalte finden Sie neutrale lexikalische Erklärungen aus Wikipedia. Ich habe sie so übernommen (siehe Copyright-Erklärung im grünen Kasten) um zunächst die Möglichkeit zu geben sich Zusammenhänge und Sachverhalte zu vergegenwärtigen oder aufzufrischen. Wer weitere Informationen sucht kann dort selbst nachlesen oder auf andere Seiten ausweichen, z.B.  Encarta. Allerdings stellt eine Lexikonerklärung natürlich keine libertäre Position dar. Deshalb finden Sie in der grau unterlegten Spalte die rebellog-Position. Diese Position ist libertär, wobei, zugegebenermaßen nicht alle Libertarians diese Position vertreten müssen. Insofern handelt es sich hier um die libertäre rebellog-Position. Wenn Sie anderer Meinung sind können Sie gerne durch einen Beitrag oder einen Leserbrief Ihre Position darstellen oder in eine Diskussion eintreten.

 

 
 
Prostitution

Prostitution (von lat. prostituere, sich öffentlich hinstellen) ist das Angebot von Personen: Sex gegen Geld oder geldwerte Vorteile. Prostitution wird umgangssprachlich mit ältestes Gewerbe der Welt umschrieben.

Prostituierte
Es gibt sowohl männliche als auch weibliche Prostituierte, wobei die Frauen deutlich in der Überzahl sind. Weibliche Prostituierte (auch Sexarbeiterinnen genannt) befriedigen meist die Bedürfnisse von männlichen Kunden, den so genannten Freiern. Männliche Prostituierte (zum Beispiel Strichjungen und Callboys), erfüllen zumeist ebenfalls die Wünsche von männlichen Kunden. Weibliche Kunden von Prostituierten gibt es nur selten, sie gelten weitestgehend als ein von den Medien geschaffenes Phantom. Männer, die ihre Dienst ausschließlich Frauen anbieten, treffen in der Regel nicht auf genug Nachfrage, um dieses Angebot aufrecht erhalten zu können. Ausnahmen gibt es gelegentlich in den Randzonen der Prostitution durch so genannte Gigolos. Auch der in manchen Anzeigen weiblicher Prostituierter zu findende Hinweis "Damen angenehm" o.ä. sprechen eher für die Wünsche meist noch neuer, männlicher Prostituierter als für die Existenz weiblicher Kunden.

Formen der Prostitution
Die Grenzen der Prostitution sind fließend, sowohl hinsichtlich der Prostituierten als auch hinsichtlich der Dienstleistung. Bei den Prostituierten reicht das Spektrum von Menschen, die ihren Lebensunterhalt mit Prostitution verdienen, über solche, die sich gelegentlich damit etwas dazu verdienen, bis zu solchen, die bei Gelegenheit für eine einzelne angestrebte Gegenleistung (Urlaub, Geschenk) Sex anbieten oder in ihn einwilligen. Diese letzte Gruppe wird in der Regel nicht mehr zu den Prostituierten gerechnet.

Bei den angebotenen Dienstleistungen geht es vom Sex in allen möglichen Varianten über die Unterhaltung, an deren Ende Sex steht, bis zur Unterhaltung, die Sex einschließen kann aber nicht muss. Die beiden letzten Varianten – oft von so genannten Begleitern angeboten – sind untypisch für die Prostitution. Reine Unterhaltung gehört gar nicht zur Prostitution, weswegen die gelegentliche Bezeichnung von Geishas als Prostituierte falsch ist.

Die gewerbsmäßige Prostitution gibt es in vier Hauptformen:

Straßenprostitution (Straßenstrich): Die Prostituierten stehen an bestimmten, offiziell dafür vorgesehenen oder inoffiziell bekannten, Stellen am Straßenrand und bieten sich potentiellen Kunden an. Abwandlung sind Prostitution in Hotelbars, Raststätten und ähnlichen Orten.
Bei der Straßenprostitution findet der Sex in der Regel entweder im Auto des Freiers oder in Hotels statt, oft in so genannten Stundenhotels, die darauf spezialisiert sind.
Prostitution in Bordellen: Hier findet die Prostitution in speziellen Häusern statt, die über einen Kontaktraum verfügen, in denen der Freier eine Prostituierte oder einen Stricher (House of Boys) auswählen kann und dann mit ihr oder ihm ein Zimmer für den Sex (ähnlich einem Stundenhotel) aufsuchen. Abwandlung sind Laufhäuser oder Straßen mit schaufensterähnlichen Räumen im Erdgeschoss, in denen die Prostituierten sitzen (zum Beispiel die Herbertstraße in Hamburg).
Die Prostituierten sind meist faktisch Angestellte oder befinden sich in noch größerer Abhängigkeit vom Bordell oder einzelnen Zuhältern, wenn auch aus rechtlichen Gründen oft die Fiktion geschaffen wird, sie seien selbständig.
Modellprostitution: Die Prostitutierten mieten auf eigenes Risiko Zimmer in so genannten Modellwohnungen an, die häufig ehemalige Gewerberäume oder Mietwohnungen sind. Sie werben in Lokalzeitungen oder im Internet und arbeiten auf eigene Rechnung.
Prostitution auf Anruf (Callgirls): Die Prostituierten werden direkt oder über eine Agentur vom Freier gebucht. Der Sex wird beim Kunden zu Hause, in einem Hotel oder in der eigenen oder einer extra angemieteten Wohnung vollzogen.
Bei allen Formen der Prostitution können die Prostituierten unter der Kontrolle eines Zuhälters (meist männlich) stehen, was jedoch bei männlichen Prostituierten unüblich ist. Es kann sein, dass ein Zuhälter die Prostituierten unter Einsatz von Gewalt oder psychischer Manipulation (also durch gezieltes Ausnutzen von Schwächen der Frau), gelegentlich auch suchterzeugenden Drogen, in einem Zustand der Abhängigkeit hält; eine besondere gewaltsame Abhängigkeit wird im Fall des Menschenhandels (siehe auch Moderne Sklaverei) geschaffen. Betroffen sind häufig Frauen aus Südamerika, Osteuropa und Südostasien. In solchen Situation geht der Verdienst ganz oder weitgehend an den Zuhälter.

Besonders in Verbindung mit Menschenhandel können Zuhälter Teil organisierter Kriminalität sein oder von entsprechenden Organisationen (‚Mafia‘), kontrolliert werden.

In Städten oder Ländern mit rigiden Sperrgebietsverordnungen sind, wegen der verschärften Konkurrenzsituation auf engem Raum, die Prostituierten eher dem Zugriff von Zuhältern ausgesetzt. Eine Prostituierte ohne Zuhälter wird hier oft von den Zuhältern der anderen Prostituierten gewaltsam vertrieben.

Geschichte der Prostitution
Schon im Altertum, so in Babylon, existierte die so genannte Tempelprostitution. Gegen Geschenke wurden dort von Frauen sexuelle Handlungen vollzogen. In der griechischen Antike sind Prostituierte (Hetären) im heutigen Sinne bezeugt, das heißt ohne sakralen Hintergrund.

Zimmer eines Lupanar in PompejiIm 12. Jahrhundert werden in Europa die ersten Bordelle urkundlich erwähnt, historisch sind sie bereits aus dem römischen Altertum bekannt, wo zum überwiegenden Teil Sklavinnen und Sklaven beschäftigt waren.

Prostitution in Deutschland
In Deutschland gibt es etwa 400.000 berufsmäßige Prostituierte. Dazu kommen noch eine Reihe von Gelegenheitsprostituierten, deren Zahl je nach Definition unterschiedlich angegeben wird.
Davon sind geschätzt 95% weiblich und 5% männlich.
Die Dienste der berufsmäßigen Prostituierten werden täglich von etwa 1,2 Millionen Männern in Anspruch genommen. Der Umsatz liegt heute bei über 6 Mrd. Euro im Jahr.
Ausübungsorte:
Etwa 50 bis 60% der Dienste finden in Bordellen statt.
Etwa 20% auf der Straße.
Der Rest als Begleithostessen oder in Privatwohnungen.
In den 1990er Jahren machten in Deutschland zunehmend gewerkschaftsähnliche Selbsthilfegruppen Prostituierter auf sich aufmerksam (etwa Hydra) und forderten die Anerkennung von Prostitution als Beruf. Mit dem Prostitutionsgesetz (Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Prostitution – ProstG vom 20. Dezember 2001; BGBl. I S. 3983) wurde die Prostitution in Deutschland gesetzlich geregelt. Die Prostitution ist auch weiterhin sittenwidrig (Palandt-Heinrichs §138), durch das ProstG entsteht aber nach Vornahme der sexuellen Handlungen ein gesetzliches Schuldverhältnis.

Prostitution außerhalb Europas
Die japanischen Geishas stellen dagegen eine Art gebildete Unterhalterin dar. Zum Geschlechtsverkehr kommt es mit ihnen nicht; sie gehören daher nicht zu den Prostituierten.
In fast allen US-amerikanischen Bundesstaaten ist Prostitution sowie die Inanspruchnahme sexueller Dienstleistungen strafbar (Ausnahme: Teile Nevadas). Dies bedeutet allerdings nicht, dass es in den USA keine Prostitution gibt. Im Gegenteil sind vom Straßenstrich bis zu teuren Callgirls viele Formen vertreten.
Viele Länder sind Ziel eines Sextourismus, zum Beispiel Kenia, Tschechien, die Niederlande, Kuba, die Philippinen, Thailand, die Karibik und Tunesien.
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Kinderprostitution
Schätzungen von UNICEF zufolge werden weltweit etwa 3 bis 4 Mio. Kinder im Rahmen von Kinderprostitution kommerziell sexuell ausgebeutet; dabei ist die Definition von "Kind" meist "Person unter 18 Jahren". Prostitution von Personen unter 14 Jahren geschieht ebenfalls, ist aber sehr viel seltener.

Ursachen der Prostitution
Neben der freiwilligen Berufswahl führen als häufigste Ursachen wirtschaftliche Not oder Zwang in die Prostitution. Die Abgrenzung gerade zwischen wirtschafltichen Gründen und freiwilliger Berufswahl ist oft schwierig; viele Frauen gerade in wirtschafltich schwachen Ländern werden Prostituierte, weil ihnen kein attraktiver oder auch nur akzeptabler Beruf offen steht.

Ein Grund für Prostitution kann auch Geldbeschaffung für Drogen sein. Hier kann ein Teufelskreis entstehen, in dem die schwierige emotionale Situation einer oder eines Prostituierten den Drang einer Betäubung mittels Drogen bedingt.

Bei der erzwungenen Prostitution werden vor allem Frauen aus wirtschaftlich schwachen Staaten von Menschenhändlern unter Vorspiegelung legaler Arbeitsmöglichkeiten in reichere Länder gelockt, wo sie durch Abnahme der Reisepapiere in persönliche und finanzielle Abhängigkeit gebracht und dann zur Prostitution gezwungen werden. Manche der Frauen wissen zwar von vornherein, dass sie als Prostituierte arbeiten sollen, wissen aber nicht über die ausbeuterischen Arbeitsbedingungen bescheid. Andere werden mit falschen Hilfsarbeiter-Jobs geködert oder sogar schlicht gewaltsam entführt.

   
 
   

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Privatisierung

 

Unter Privatisierung versteht man:

1. Die Umwandlung einer öffentlichen Einrichtung in ein Unternehmen mit privater Rechtsform (Beispiel: Deutsche Bundesbahn -> Deutsche Bahn AG)

2. Der Verkauf von Anteilen der Öffentlichen Hand an einem privatrechtlichen Unternehmen, meist über die Börse (Beispiel: Der Freistaat Bayern verkauft seine Anteile an der VIAG)

3. Übertragung von Aufgaben, die bisher von staatlichen Einrichtungen erfüllt wurden, auf private Unternehmen (Beispiel: Bau und Betrieb einer Autobahn)

Im Sprachgebrauch wird häufig nicht sauber zwischen diesen unterschiedlichen Bedeutungen des Begriffes "Privatisierung" unterschieden. Zur Verwirrung trägt auch bei, daß in der Praxis oft zwei der drei unterschiedlichen Sachverhalte kombiniert auftreten (Beispiele: Umwandlung und Aufteilung der Deutschen Bundespost in drei AG's und Verkauf von Telekom-Aktien, Verkauf der Bundesdruckerei an ein privates Unternehmen).

Privatisierung in Deutschland
In der Bundesrepublik Deutschland wurden nach der Wiedervereinigung mehrere große Einrichtungen des Bundes in private Eigentumsformen umgewandelt:

Deutsche Bundespost - in Deutsche Post AG, Deutsche Telekom AG und Deutsche Postbank AG
Deutsche Bundesbahn - in die Deutsche Bahn AG
Deutsche Bundesdruckerei - in eine GmbH
Lufthansa - schrittweise in eine AG
Gesellschaft für Nebenbetriebe der Bundesautobahn - in Tank und Rast GmbH
Große Teile des Staatseigentums der ehemaligen DDR. Diese wurden vorwiegend durch die Treuhandanstalt verkauft oder abgewickelt. Diese wurde 1994 in mehrere Organisationen aufgeteilt, die wichtigste davon war die Bundesanstalt für Vereinigungsbedingte Sonderaufgaben.
Auf der Länderebene:

2004 Privatisierung des Hamburger Landesbetriebs Krankenhäuser (12.400 Mitarbeiter) trotz entgenstehenden Ergebnisses eines Volksentscheids im Februar 2004 (77 Prozent gegen diese Privatisierung)

 

 

 
   

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Religion


Religion ist der in großen Bevölkerungsgruppen in langen Traditionen, aber auch von Individuen neu entwickelte, kultivierte, gemeinsame oder persönliche Glaube an das über die direkt erfahrbare Existenz Hinausgehende, zumeist an eine oder mehrere übernatürliche (persönliche oder unpersönliche) transzendente Wesenheiten (Gott), gewöhnlich verbunden mit einer Heilslehre, Symbolsystemen und Ritualen.

Als Religionen werden zum Beispiel Christentum, Judentum, Islam, Sikhismus, Hinduismus, Jainismus, Buddhismus, Taoismus, Konfuzianismus, Baha'i, Shinto, Santería, Zoroastrismus, Druidentum verstanden. Der Artikel Liste der Religionen der Welt führt die meisten Religionen auf.

Inhaltsverzeichnis 
1 Begriff und Etymologie
1.1 Weitere Ausdrücke, die oft im religiösen Kontext verwendet werden
2 Religion und Ethik
3 Religion als soziale Organisierung menschlicher Spiritualität
4 Weiterleben der Religion nach der Aufklärung
4.1 Gründe für den Rückgang von Religion in Europa
4.2 Gründe für das Weiterleben von Religion
5 Positive und negative Wirkungen von Religion
5.1 Heutiger Nutzen von Religion
5.2 Verbrechen im Namen der Religion
6.2 Zitate; andere Definitionen von Religion

Begriff und Etymologie
Religio konnte im Lateinischen "Gottesfurcht", "Frömmigkeit", "Heiligkeit", aber auch "Rücksicht", "Bedenken", "Skrupel", "Gewissenhaftigkeit" oder "Aberglaube" bedeuten. Die weitere Etymologie des Wortes ist nicht mit Sicherheit geklärt. Nach Cicero (De Natura Deorum 2, 28) geht religio zurück auf relegere, was wörtlich "wieder aufwickeln", im übertragenen Sinn "bedenken, achtgeben" bedeutet. Cicero dachte dabei an den Tempelkult, den es sorgsam zu beachten galt. Lactantius (Divinae Institutiones 4, 28) führt das Wort zurück auf religare: "an-, zurückbinden". Mögliche ursprüngliche Bedeutungen von "Religion" sind also "frommes Bedenken" oder die "Rückbindung" an den von Gläubigen wahrgenommenen universellen göttlichen Ursprung.

Abgesehen von diesen etymologischen Unsicherheiten ist das Wort auch heute noch problematisch. Mit der europäischen "Entdeckung" bisher in der so genannten Alten Welt unbekannter Kulturen wurde der Begriff plötzlich auf Sachverhalte angewendet, die zwar Ähnlichkeiten mit dem europäischen Religionskonzept haben (zum Beispiel die Gottesverehrung), in mancher Hinsicht aber auch sehr gegensätzlich sind (zum Beispiel der Ausschließlichkeitsanspruch). Eine Folge dessen ist, dass heute zwar viele verschiedene Religionen und Religionsformen bekannt sind, aber eine allgemeine Definition von "Religion" nicht einfach zu formulieren ist.

Weitere Ausdrücke, die oft im religiösen Kontext verwendet werden
Religionen verehren in der Regel ein oder mehrere Gottheiten oder beziehen sich auf ein transzendentes, unpersönliches Prinzip. Religionen, die einen Gott verehren, werden als monotheistisch bezeichnet, Religionen, die mehrere Götter verehren, als polytheistisch, Religionen, die das Göttliche in der gesamten Welt sehen, als pantheistisch. Daneben kennen vielen Religionen auch Dämonen und Engel.

Viele Religionen vermitteln eine Vorstellung wie alles entstanden ist, eine Schöpfungsgeschichte und ein Bild der letzten Dinge, eine Eschatologie. Dazu gehört die Frage, was mit dem Menschen nach dem Tod geschieht, Themen wie Reinkarnation, Ewigkeit, Jenseits, Himmel oder Hölle, und was letztlich mit der Welt geschehen wird (Weltuntergang, Apokalypse, Reich Gottes).

Die meisten Religionen kennen Priester oder Geistliche, die die Religion lehren oder zwischen Menschen und Gottheit vermitteln.

Zu den Riten, die Religionen praktizieren gehören Gebet, Gottesdienst, Opfer und Prozessionen. Daneben gibt es auch im Alltag gelebte Frömmigkeit wie Almosen geben, Barmherzigkeit oder Askese.

Ein Schisma ist eine Spaltung innerhalb einer Religion. Bestrebungen, Schismen (meist innerhalb des Christentums) zu überwinden, werden Ökumene genannt, Bemühungen die Fremdheit zwischen verschiedenen Religionen zu überwinden, dagegen Interreligiöser Dialog. Daneben spricht man auch von einer interreligösen Ökumene, dazu zählt die abrahamitische Ökumene. Das gleichzeitige Ausüben von Praktiken verschiedener Religionen oder der Versuch Religionen zu vereinen wird als Synkretismus bezeichnet. Mit der wissenschaftlichen Erforschung von Religion und Religionen befasst sich die Religionswissenschaft.

Religion und Ethik
Viele Religionen haben Gesetze deren Einhaltung sie fordern. Hinter religiösen Gesetzen stehen jedoch häufig schwerwiegende ethisch-moralische Prinzipien, die das konfliktarme Miteinander der Mitglieder der Religionsgemeinschaft regeln. Zum Teil sollen sie aber auch einfach dem Wohl des Einzelnen dienen, z.B.: Krankheiten verhindern. Diese Gesetze sind häufig direkt dem Religionsstifter (Moses, Mohammed, Joseph Smith) von einem übernatürlichen Wesen überbracht worden.

Um die Gesetze zu schützen und dem Einfluss der herrschenden Klasse zu entziehen werden sie als von übernatürlichen Wesen (Gott, Engel) gegeben dargestellt und damit stehen auch die Herrscher nicht mehr über dem Gesetz. Die Einhaltung dieser Gesetze wird von dem übernatürlichen Wesen unter Androhung von Strafe gefordert oder als einziger Weg zum (Seelen-)Heil dargestellt. Ein weiterer Schutz vor der Herrschenden Klasse ist notwendig. Die Gesetze fordern den glauben an die Existens des übernatürlichen Wesens. Hierdurch soll verhindert werden, dass sich ein Herrscher den Gesetzen durch Unglaube entzieht. Dieses Verfahren wendet z.B. auch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland an, indem es einen Paragrafen enthält, der die Veränderung gewisser Teile der Verfassung verbietet.

Hieraus resultiert eine Problematik für die Herrschenden, die nun eine Rechtfertigung für ihre Herrschaft benötigen. Dies führt zu Ideen wie dem Gottesgnadentum, Herrscher die in direkter Linie vom Stifter abstammen und deshalb gesegnet sind oder echten Theokratien.

Häufig entwickeln sich jedoch noch weitere Regeln die nicht direkt vom Stifter der Religion stammen sondern aus den heiligen Schriften der Religion abgeleitet werden. Einige Regeln entwickeln sich im Laufe der Zeit zu sinnentlehrten Handlungen, deren Hintergrund die breite Masse der Gläubigen nicht versteht.

Religion als soziale Organisierung menschlicher Spiritualität
Zu jeder Religion gehören besondere Vorstellungen, Kenntnisse und Praktiken, die den Einzelnen in Verbindung zu der übernatürlichen Wesenheit bringen und/oder zur persönlichen Vervollkommnung führen soll. Diese werden mündlich oder schriftlich überliefert. Die meisten Religionen haben besonders geschulte oder als befähigt angesehene Personen (Priester, Prediger, Schamanen) die ihre Lehren überliefern und verkünden und ihre Rituale ausführen oder leiten. Manche Religionen sprechen einzelnen dieser Menschen gottähnliche, übernatürliche Eigenschaften zu. In manchen Religionen sind diese Führer innerhalb einer formellen Organisation tätig, in anderen unabhängig.

Viele Religionen und Konfessionen pflegen eine eigene Art von Spiritualität. Spiritualität im religiösen Rahmen ist das geistliche Erleben, im Gegensatz zu Dogmatik, welches die festgesetzte Lehre der Religion darstellt. Das Ritual hingegen ist durch die Religion formalisierte Spiritualität. Im normalen Sprachgebrauch wird Spiritualität als seelische Suche nach Gott bezeichnet, ob im Rahmen von spezifischen Religionen oder jenseits davon.

Weiterleben der Religion nach der Aufklärung
Im späten 19. und während des ganzen 20. Jahrhunderts hat die Religion, besonders das Christentum, in Europa hinsichtlich ihres Rufs, ihrer Macht und ihrer Verbreitung an Bedeutung verloren. Einige traditionell christliche westliche Länder, besonders in Europa, zeigen sinkenden Zuwachs bei Priesteramt und in Klöstern (besonders nach der durch Napoleon forcierten Schließung und Enteignung derselben), und Studien im Vereinigten Königreich belegen stark rückläufige Besucherzahlen in Kirchen, Synagogen, etc.. Die Bevölkerungsgruppe, die am schnellsten "den Glauben verliert", war im 19. Jahrhundert die sich neu bildende Arbeiterschaft und ist heute die des Bildungsbürgertums.

Erklärungen für dieses Phänomen beinhalten den wachsenden Einfluß der Wissenschaft in der modernen Gesellschaft, die Entwicklung von etwas, das von manchen als "nichtkirchliche Religionen" bezeichnen, wie beispielsweise Marxismus oder Anarchismus, und die Kritik gegenüber missionierenden Religionen durch die Toleranz der Postmoderne. Andererseits könnte auch die allgemein akzeptierte Religionsfreiheit eine Rolle spielen: früher waren auch die an Religion mäßig oder nicht interessierten Leute in aller Regel Kirchenmitglieder, weil das der gesellschaftlich akzeptierte Weg und der Weg des geringsten Widerstands war - diese Gruppe, die auch früher nicht unbeträchtlich gewesen sein dürfte, hat heute keinen Grund mehr, Kirchensteuer zu bezahlen. Parallel zur Säkularisierung kam es sowohl im protestantischen als auch im katholischen Raum zu einer vertieften und bewussteren Teilnahme am kirchlichen Leben von Seiten der engagierten (und manchmal rebellischen) Laien, die immer eine Minderheit gewesen waren.

Andererseits verliert die Religion in der übrigen Welt keineswegs an Einfluß. In den USA und Lateinamerika beispielsweise zeigen Studien, dass die Religion nach wie vor ein wichtiger Faktor ist, in Afrika südlich der Sahara wuchs das Christentum im 20. Jahrhundert von 8 auf 335 Millionen, in der arabischen Welt ist der (oft konservative) Islam nach wie vor das prägende Element der Gesellschaft. In China zählen trotz jahrelangem staatlichem Atheismus die Weltreligionen wieder 100 Millionen Anhänger.

"Die Mißachtung der Religion führt zur Mißachtung der menschlichen Pflichten." (Jean-Jacques Rousseau)

"Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes." (Karl Marx)

Als William James vom Glauben an Gott als Möglichkeit, Feiertage vor dem eigenen Gewissen zu rechtfertigen, sprach, hätte man die Absicht vermuten können, Marx' Standpunkt zu bestätigen. Offensichtlich wollte Marx nicht, dass Revolutionäre Urlaub nehmen, bevor ihre Arbeit getan ist.

Gründe für den Rückgang von Religion in Europa
Wie oben angesprochen befinden sich die Weltreligionen in Industrieländern auf dem Rückgang. Dieser Rückgang verläuft offensichtlich parallel zu wachsendem Wohlstand und sozialem Wohlbefinden. Die Gründe für die Abnahme sind kompliziert und wenig verstanden, aber enthalten wahrscheinlich einige der folgenden Punkte:

Fehlender sozialer Druck: Während noch vor 100 Jahren jemand, der nicht Kirchenmitglied war, dadurch vielerorts zum Außenseiter wurde, spielt die Mitgliedschaft in einer (bestimmten) Religion heute keine Rolle mehr bei der sozialen Integration.
Individuelle Freiheit: Viele Religionen schränken individuelle Freiheiten ein, etwa indem sie die dauerhafte Verschleierung von Frauen vorschreiben, Homosexuellen lebenslange Keuschheit auferlegen oder vorehelichen heterosexuellen Geschlechtsverkehr verbieten. Diese Eingriffe in das Privatleben stehen jedoch für viele im Widerspruch zu einer modernen Ethik, die sich am Leitbild menschlicher Freiheit orientiert.
Unglaubwürdigkeit: Schon immer hat es in den religiösen Lehren einen sichtbaren Widerspruch zwischen theoretischem Anspruch und praktischer Wirklichkeit gegeben. Während solche Mißstände im Mittelalter und der frühen Neuzeit nicht selten zu religiösen Erneuerungsbewegungen führten, haben sie heute eher eine Abkehr von der Religion zur Folge.
Soziale Manipulation: Viele Atheisten und Agnostiker betrachten religiöse und spirituelle Lehre in der frühen Kindheit als eine Form von Gehirnwäsche oder gesellschaftlicher Angleichung. Manche stimmen weiter mit der marxschen Sichtweise überein, nach der Religion "das Opium des Volkes" sei, also die Menschen zur passiven Hinnahme ihrer sozialen Wirklichkeit verdamme.
Mangelnde Nachvollziehbarkeit: Religionen postulieren die Existenz einer unsichtbaren Wirklichkeit jenseits der sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen. Menschen, die von der der Weltanschauung des wissenschaftlichen Naturalismus geprägt sind, haben große Schwierigkeiten, sich mit solchen metaphysischen Aussagen anzufreunden und sie sich konkret vorzustellen.
Unverstandene Rituale: Unverstandene Rituale wirken oft langweilig, monoton und wenig anziehend.
Gleichgültigkeit: Manche Religionen verlangen von ihren Anhängern so wenig Engagement, daß manche ihrer Mitglieder de fakto ihr Leben ohne Einfluß der Religion gestalten können und die Religion von daher als irrelevant ansehen.

Gründe für das Weiterleben von Religion
Dass viele Menschen trotz Aufklärung und moderner Religionskritik an ihrem Glauben festhalten, hat mit positiven Erfahrungen zu tun, die sie mit ihrer Religion verbinden. Für die Gläubigen spielen dabei oft die folgenden Faktoren eine entscheidende Rolle:

Sinngebung: Religionen postulieren eine Realität jenseits des physisch Wahrnehmbaren sowie oft ein Leben nach dem Tod. Sie ermöglichen so eine Sinngebung, die als fundierter empfunden wird als eine Sinngebung, die durch die als unbefriedigend erlebte Welt und die eigene Sterblichkeit limitiert ist.
Gemeinschaft: Religionsgemeinschaften bieten ihren Mitgliedern stabile soziale Strukturen.
Soziales Engagement: Viele Religionen bieten ihren Mitgliedern Motivationen und Gelegenheiten für soziales Engagement. Oft wird im Umkehrschluß empfunden, daß solche Motivationen und Gelegenheiten nur im Rahmen religiöser Gemeinschaften möglich seien.
Ethik: Praktisch alle Religionen setzen einen, oft rigorosen, ethischen Standard. Manche Menschen befürchten, ohne solche religiöses Fundament würden ethische Standards in der Praxis stark reduziert ("Ohne Gott ist alles erlaubt.").
Mäßigung und Disziplin: Viele Religionen setzen dem Verhalten ihrer Anhänger Grenzen. Ihre Anhänger sind der Ansicht, diese Beschränkungen seien nützlich, um den relativen Wert der betreffenden Aktivitäten zu erkennen, oder in manchen Fällen um die Gesellschaft und den einzelnen selbst vor destruktiven Exzessen zu schützen.
Spirituelle Erlebnisse: Religiöse Aktivitäten wie Gebet oder Meditation oder auch die Sinneseindrücke und Symbolik von religiösen Zeremonien führen bei manchen Menschen zu spirituellen Empfindungen.
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Positive und negative Wirkungen von Religion
Oft wird der Streit zwischen Befürwortern und Gegnern einer Religion in Form einer Schaden-Nutzen-Analyse ausgetragen. Allerdings sagt das wenig über den Wahrheitswert von religiösen Botschaften aus. Dies sollte im Folgenden bedacht werden.

Heutiger Nutzen von Religion
Religionen bieten viel Inspiration für Mitgefühl, praktische Nächstenliebe und moralische Selbsteinschränkung.

Alle großen Weltreligionen fordern als Barmherzigkeit von ihren Mitgliedern sich fürsorglich um andere Menschen zu kümmern. Hierbei ist es fast immer unerheblich ob diese der eigenen Religionsgemeinschaft angehören oder nicht. So ist im Islam z.B. vorgeschrieben, daß jeder einen festen Anteil seines Einkommens mindestens für soziale Zwecke spenden soll. Besondere Hilfe und Fürsorge wird natürlich aber den Mitglieder der eigenen Religionsgemeinschaft zukommen gelassen. Ein besonderer Aspekt der Religion ist der Frieden stiffende, welche besonders im Gebot der Feindesliebe Ausdruck findet.

Es läßt sich beobachten, daß das Christentum für die Gründung vieler großer Universitäten und einfacher Schulen, den Aufbau von Hospitälern den Vorläufern der heutigen Krankenhäuser, das Verteilen von Nahrungsmitteln und die Schaffung von Waisenhäusern verantwortlich ist, um ein paar Beispiele zu nennen. Andere Religionen und weltliche Organisationen haben im Rahmen ihrer Kulturen und im Verhältnis zu ihrer Größe und ihrem Reichtum vergleichbare Arbeit geleistet.

Die Forschungen von Abraham Maslow nach dem Zweiten Weltkrieg zeigten, dass die Überlebenden des Holocaust oft die mit starken religiösen Überzeugungen (nicht notwendigerweise Tempelanwesenheit etc.) waren. Die humanistische Psychologie fing an, zu erforschen, wie eine religiöse oder spirituelle Persönlichkeit mit längerer Lebensdauer und besserer Gesundheit verknüpft ist. Menschen brauchen möglicherweise insbesondere religiöse Ideen, weil diese verschiedene emotionale Bedürfnisse wie das Bedürfnis, geliebt zu werden, das Bedürfnis, zu einer gleichförmigen Gruppe zu gehören, das Bedürfnis nach verständlichen Erklärungen oder das Bedürfnis nach Gerechtigkeit befriedigen.

Maslows Ergebnisse haben sich in anderen Zusammenhängen nicht als wiederholbar erwiesen. Die ausschlaggebenden Faktoren können den Sinn von Zweckmäßigkeit, extreme Überzeugungen im Allgemeinen, oder andere Umstände die manchmal mit religiösem Glauben in Verbindung gebracht werden einschließen, und/oder sind spezifisch für Überlebende des Holocaust. Der besondere Umstand, dass Religion das primäre Auswahlkriterium für die Forschungssubjekte war, könnte eine Verzerrung eingeführt haben.

Verbrechen im Namen der Religion
Im Namen verschiedener Religionen wurden grausige Hinrichtungen ausgeführt und zahlreiche Morde verübt, deren Gesamtzahl in die Millionen geht.

Einige Glaubensanhänger sind der Ansicht, dass solche Verbrechen lediglich von einem Missbrauch der Religion zeugten. Allerdings widersprach das Handeln der Täter nur selten den zu ihrer Zeit gültigen Auffassungen von Religion. So dürfte es zum Beispiel schwierig sein, der von der römisch-katholischen Kirche eingerichteten Inquisition einen Missbrauch ihres Glaubens nachzuweisen.

Dagegen vertreten manche Atheisten die Meinung, dass jeder der menschlichen Vernunft entrückte Glaube den Keim zum Verbrechen in sich trage, weil den Gläubigen die "göttliche Wahrheit" wichtiger sei als alle weltliche Ethik. Jedoch darf man bei einer solchen Argumentation nicht vergessen, dass es heute in fast jeder Religion so genannte liberale Strömungen gibt, die es sich zum Anliegen gemacht haben, ihren Glauben an die ethischen Forderungen der Moderne anzupassen.

Als Verbrechen, die im Namen der Religion begangen wurden, gelten unter anderem :

Ketzerverfolgung
Hexenverfolgung
Judenverfolgung
Sodomiterverfolgung
Dreißigjähriger Krieg
Verbrechen bei der Missionierung
Terroranschläge am 11. September 2001 in den USA


Erst die Aufklärung hat solche Massenverbrechen im Namen der Religion ihrer Zahl nach reduziert, indem sie die Religion auf einen privaten Glauben zurechtgestutzt hat, der anderen nicht länger aufgedrängt werden darf. Religiöse Verbrechen finden jedoch auch weiterhin dort statt, wo religiöse Kräfte Einfluss auf nationale und supranationale Strukturen haben.

Seit der islamischen Revolution von 1979 sind in Iran vermutlich tausende Menschen wegen des Vorwurfs der Homosexualität ermordet worden. Im christlichen Namibia machten religiöse Führer Lesben und Schwule in den 1990er Jahren für die Dürre im Land verantwortlich und sorgten zusammen mit der Regierung für zunehmende homophobe Gewalt auf den Straßen.
In Indien verbrannten Hindus 1999 den christlichen Leiter eines Lepraspitals zusammen mit seinen Söhnen lebendigen Leibes in seinem Auto. In Saudiarabien wurde 2004 ein indischer Mitarbeiter einer Fluggesellschaft verhaftet und gefoltert, weil er nicht am islamischen Abendgebet teilgenommen hatte.
In Ruanda, dem christlichsten Land Afrikas, geschah 1994 mit ca. 800.000 Toten der drittgrößte Völkermord der Menscheitsgeschichte. Christen ermordeten Christen mit Macheten - Lehrer ihre Schüler, Ärzte ihre Patienten und Nonnen ihre Schwestern.

Solange Religionen über politische Macht und gesellschaftlichen Einfluss verfügen – so meinen einige Kritiker –, werden sich solche Verbrechen zwangsläufig wiederholen.

Zitate; andere Definitionen von Religion

  • Religion ist das was ein Individuum mit seiner Einsamkeit tut Alfred North Whitehead

  • RELIGION, die - Eine Tochter von Hoffnung und Furcht, die der Unwissenheit die Natur des Unverständlichen erklärt. Ambrose Bierce

  • Religion, was immer sie sei, ist eines Menschen totale Reaktion auf das Leben. William James

  • Wenn's ums Geld geht, gehören alle der gleichen Religion an. Voltaire

  • Die Furcht vor dem Unsichtbaren ist die natürliche Saat dessen, was jeder für sich Religion nennt. Thomas Hobbes

  • Religion ist einer Kindheitsneurose vergleichbar. Sigmund Freud

  • Religion heißt Rechtes zu tun. Sie heißt zu lieben, zu dienen, zu denken, bescheiden zu sein. Ralph Waldo Emerson

  • Religion ist das Ergriffensein von dem, was den Menschen unbedingt angeht. Paul Tillich

  • An Gott glauben heißt: die Frage nach dem Sinn des Lebens verstehen; sehen, daß es mit den Tatsachen dieser Welt noch nicht abgetan ist; sehen, dass das Leben einen Sinn hat. Wir fühlen, daß, selbst wenn alle ‘möglichen’ wissenschaftlichen Fragen beantwortet sind, unsere Lebensprobleme noch gar nicht berührt sind. Ludwig Wittgenstein

  • Die Menschen erwarten von den verschiedenen Religionen Antwort auf die ungelösten Rätsel des menschlichen Daseins, die heute wie von je die Herzen der Menschen im tiefsten bewegen: Was ist der Mensch? Was ist Sinn und Ziel unseres Lebens? Was ist gut? Was ist Sünde? Woher kommt das Leid und welchen Sinn hat es? Was ist der Weg zum wahren Glück? Was sind der Tod, das Gericht und die Vergeltung nach dem Tod? Und schließlich: Was ist jenes letzte und unsagbare Geheimnis unserer Existenz, aus dem wir kommen und wohin wir gehen? Zweites Vatikanisches Konzil

  • Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen, das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes. Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks: Die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammertales, dessen Heiligenschein die Religion ist. [...] Die Religion ist nur die illusorische Sonne, die sich um den Menschen bewegt, solange er sich nicht um sich selbst bewegt. Karl Marx

 

 
 
   

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