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Der Fall der Mauer Doch dann keimte wieder Hoffnung in mir auf. Am 9. November 1989 „fiel“ die Berliner Mauer und Deutschland wuchs wieder zusammen. Auch ich wurde von Euphorie erfasst und machte wöchentlich Ausflüge in alle Teile der neuen Bundesländer, insgesamt 13000 km (!) Ich fuhr auf
den Spuren Fontanes durch die Mark Brandenburg. Auch er war nicht nur gewandert, sondern hatte oft die Kutsche benutzt. Ich freute mich für die Menschen, die 40 Jahre eingeschlossen und ihrer Möglichkeiten beraubt gewesen waren, dass sie nun Zugang zu westlichen, demokratischen Werten hatten und ihr Leben erstmalig auch politisch selber gestalten
konnten. Ich lernte etliche Menschen kennen und hatte so die Möglichkeit mir mein Urteil aus eigener Anschauung zu bilden. Es war aber nicht alles neu für mich, denn ich hatte schon seit 1984 einen westdeutschen Zweitpass, mit dem ich, auch als Berliner, immer nach Ost-Berlin fahren konnte, um das kommunistische System aus eigener Anschauung kennen zu
lernen. Außerdem besaß ich ja einen Ausweis des Verbandes Deutscher Schriftsteller der doch oft Menschen zu Gesprächspartnern machte, die zunächst abweisend gewesen waren. In Polen war ich ab 1984 ebenfalls zig Mal (oft mehrere Wochen) und konnte mir ein gutes Bild machen über das tägliche Leben in einem Satellitenstaat der Sowjetunion. Hier habe ich
auch über meine Erfahrungen geschrieben (wurde übersetzt) und hatte Gelegenheit ganz in die kommunistische Gesellschaft einzutauchen. Die Ernüchterung kam genau so schnell wie der Fall der Mauer. Ich merkte sofort, dass Deutschland sich dramatisch veränderte. Aus meiner Sicht nicht zum Positiven. Der deutsche Größenwahn war wieder spürbar, schlimmer als in den Jahren zuvor. Wir glaubten mit der D-Mark
alles und jeden kaufen und dominieren zu können. Die Fälle an persönlicher Bereicherung, die Eitelkeiten, die Misswirtschaft, das Verplempern von Milliarden an Steuergeldern, die Nostalgie, die plötzliche Sehnsucht nach dem Gewesenen, der seichte Umgang mit den Tätern, der plötzlich legale und vermehrte Einfluss der Kommunisten, die so taten, als ob es
andere gewesen seien, die 40 Jahre 17 Millionen unterdrückt hatten, war kaum zu verstehen und zu ertragen. Täter von gestern wanderten hoch dotiert von einer Talkshow zur anderen. Deutsche dominierten die EU, Deutsche zogen die Fäden hier und da. Ganz klar: Wir machten uns im Ausland nicht beliebter. Deutsche waren gelitten als Geldbringer, aber mögen
tat man uns nicht. Mir persönlich ging es gut, ich hatte, untypisch, auf einer persönlichen Wertskala, den Wert von frei verfügbarer Zeit höher eingestuft als den Wert unmittelbar erzielbaren Einkommens. Diese "Freizeit" habe ich genutzt. Einen Großteil davon mit der Beschäftigung und
Auseinandersetzung mit politischen Themen und Theorien. Es machte mir Freude mein Wissen auszubauen und meine politische Haltung weiter zu entwickeln und zu festigen und teilweise wissenschaftlich zu untermauern. Im Gegensatz zu vielen meiner ehemaligen Schulkameraden hatte ich nicht mit verschiedenen Richtungen geliebäugelt, sondern anfangs eher
intuitiv, aber stets ziemlich geradlinig meine staatskritische Linie verfolgt. Mit zunehmendem Alter und vermehrtem Durchblick und weitergehender Erfahrung wurde ich jedoch radikaler. In der amerikanischen Form des klassischen Liberalismus, dem an den Frontierwerten orientierten Libertarismus, der einige Parallelen zu den ursprünglichen europäischen
Freimarkt- und Liberalismusideen aufweist, habe ich meine politische, libertäre Position gefunden. Konsequent zu Ende gedacht kann er nur in einem eigentumsbetonenden Anarchismus aufgehen. Seit dem Fall der Mauer waren 15 Jahre vergangen. 15 Jahre die ich genutzt habe, ich habe viel gelesen, einiges geschrieben und ich bin zum PC-Freak geworden. Das
ist für einen Libertären wichtig, denn eine Idee, die nicht ihre Kräfte in Parteien bündelt, sondern von Individualisten und Einzelgängern getragen wird braucht ein Netzwerk, wenigstens ein Medium um sich austauschen, ja präsentieren zu können. Insofern ist das Internet mit ursächlich für die, in den letzten Jahren zu beobachtende Zunahme libertären
Gedankengutes. Ich nehme für mich in Anspruch libertäre Idee schon seit 35 Jahren zu vertreten, auch wenn es nicht unter diesem Label geschah. 15 Jahre also, die mich weiter desillusionierten und die Aversionen weiter wachsen ließen gegen einen überregulierten Staat, einen Raubstaat der seinen Bürgern ihr Eigentum stiehlt, einen Staat der seine Bürger zusehends entmündigt und ihrer individuellen
Entscheidungsfreiheit, aber auch Verantwortung beraubt, ein Staat, der zum Spielball von Egomanen und eitlen Exzentrikern geworden ist, zu einem riesigen Portfolio der Bereicherung für Einzelne. Ein Umverteilungsstaat der Leistung bestraft, ein Staat der glaubt sich um alles und jedes kümmern zu müssen, sich in jeden Lebensbereich einmischen zu müssen,
ein System das sich von den ursprünglichen demokratisch-hehren Prinzipien entfernt hat, ein Staat der von wankelmütigen, charakterlosen Emporkömmlingen regiert wird, von Karrieristen, die ihre Versprechen brechen wann immer es ihnen nützlich erscheint. Langsam verkommt die Bundesrepublik Deutschland zu einer 80 Millionen DDR. Sozusagen Enteignung auf
hohem Niveau. DDR light. Ist das noch mein Deutschland? Jetzt könnte man einwenden, nun schau dir mal andere Länder an. Ganz ruhig bleiben, das habe ich. Das ist auch hilfreich. Ich habe in verschiedenen Ländern gelebt und ich habe viele Länder individuell und nicht als Pauschaltourist bereist. Ich lebe seit 6 Jahren im Ausland. In Nordamerika. Ich war
oft in Russland, den USA und Kanada. Ich behaupte in Bescheidenheit ich weiß wovon ich rede. Man kann derlei Eindrücke und Einsichten nicht haben ohne innerlich Konsequenzen zu ziehen. Jedes Menschen Verhalten nach Einsichten und Erkenntnissen ist anders. Es gibt Menschen die werden gewalttätig und sprengen etwas in die Luft. Manche kippen einer Behörde einen
Güllelaster in die Tür oder 30 Tonnen Tomaten. Andere werden depressiv und nehmen sich das Leben. Wieder andere resignieren und passen sich einfach an. Ich glaube ich habe eine positive Grundhaltung. Deshalb habe ich meinen politischen Weg in den Libertarismus intensiviert. Gleichzeitig, und weil ich als Einzelner zu schwach bin um gegen ein System zu
kämpfen, habe ich die Technik des Wegtauchens entwickelt, des Unsichtbarmachens des persönlichen Bereiches. Der Staat versucht alles und jedes über Dich zu erfahren, er will Dich gläsern. Gib im nur das zu wissen was dir sinnvoll erscheint. Außerdem denke ich das Aufklärung über Zusammenhänge, Bewusstmachen von Hintergründen schon sinnvoll und
subversiv sein kann. Nadelstiche hier und dort. Steuerentzug, Schwarzarbeit, Umzug, Verweigerung, Internetaktionen, politische Kunst, Satire und Ideenaustausch können subversive Handlungen sein, die nicht militant und doch effektvoll sind. Politiker wachen erst auf, wenn ihnen ihre Wähler davon laufen. Ich möchte nicht zu denen gehören, die ihren
Kindern erklären müssen, warum sie sich gegen etwas was sie als ungerecht empfunden haben, nicht gewehrt hätten.  Zurück zum Liberalismus Kommen wir aber zurück zum Liberalismus. Nach dem oben erwähnten Ausspruch meines Onkels hatte ich mich schon früh für den Liberalismus zu interessieren begonnen. Ich las die Geschichte des Liberalismus (wie auch die Geschichte der anderen Bewegungen) und verinnerlichte
langsam, aber um so sicherer liberale Ideen. (Ich gebe aber zu am Anfang mehr auf den europäischen Liberalismus fixiert gewesen zu sein und von dem amerikanischen fast nichts gewusst zu haben.) Er begann alle Bereiche meines Lebens zu erfassen, sei es Markt und Handel, Kunst, Musik, Theater, der Umgang mit dem anderen Geschlecht, der Umgang mit
Familienmitgliedern, Freunden und Nachbarn. Besonders aber in der Erziehung der Kinder. Liberal hieß bei mir aber nicht antiautoritär. Nun glich ich meine liberalen Einsichten und Vorstellungen mit den existierenden Anschauungen von sich liberal gebenden Menschen oder in der Liberalen Partei vertretenen ab. Ich merkte sehr schnell: Den Liberalismus im
Namen führen und sich auf die Fahnen heften konnte fast jeder. Es war fast immer irgendein liberales Wischi-Waschi, noch der Erzkonservative nahm für sich in Anspruch liberal zu sein und verbohrte Linke sowieso. Konnte es wahr sein, welche Frechheit, das stieß mir bitter auf. Sie reklamierten liberale Werte für sich, aber in der täglichen Arbeit, in
der Opposition oder in der Regierungsbeteiligung blieb praktisch nichts davon übrig. Der klassische Liberalismus war in der FDP total versandet, eigentlich war es eine Anmaßung dich dort auf liberale Ideen zu berufen. Und das Wort "Freie" war ebenfalls ein Etikettenschwindel. Wenn ich mir die FDP heute anschaue bleibt mir die Spucke weg: Eine Partei
der Hampelmänner, eine Partei sich outender Spinner und unsicherer opportunistischer und komplexbeladener Profilierungssüchtiger. Was tun Leute wie Westerwelle dieser Partei, ach was der Partei, dem liberalen Grundgedanken an. Sie beteiligen sich an der Umverteilung, sie sind von sozialistischen Ideen korrumpiert, sie schützen weder das Eigentum noch
vertreten sie Selbstständige, also Menschen mit Initiative, Fantasie und überdurchschnittlichem Engagement und Arbeitseinsatz. Kurzum die FDP vertrat und vertritt keine liberalen Ideen mehr, sie war und ist ein Beiboot der Sozis.
Ich fand zwar in Deutschland jede Menge Literatur und viele Menschen die sich auf den Liberalismus beriefen, aber letztlich gab es keine politische Strömung, oder keine nennenswerte politische Strömung, die reine liberale Ideen vertreten hätte. Ich suchte eine Bewegung
die sich ganz klar zur Individualität des Einzelnen als höchstem (zu verteidigenden) Gut bekannte, die sich klar zum Schutz des Eigentums bekannte, die den Staat in seine Schranken wies und seinen ausufernden Machtanspruch auf den Bürger bekämpfte.
Von Max Stirner hatten nicht viele gehört, die, die von ihm gehört hatten, hatten ihn selten gelesen und die die ihn gelesen hatten, gingen zum Alltag über, er hatte nichts breitenwirksames hinterlassen außer seinem Buch "Der Einzige und sein Eigentum" mit dem oft
zitierten Satz "Mir geht nichts über mich!". Auch andere liberale Literatur war, das konnte man in den Bibliotheken an der Ausleihhäufigkeit sehen, nicht sehr populär und lediglich das Wort liberal wurde inflationär ge- und verbraucht. Besonders traf mich eine Aussage meines zehn Jahre jüngeren Bruders, der inzwischen von seinen linken Lehrern total
indoktriniert worden war und zum Sozi mutierte: "Du bist ein Zweckliberaler! Du bist nur liberal wenn es Dir passt!" Hah, toll, so einfach war das, aber es war nichts gegen das was ich später an Verdächtigungen erlebte, wenn ich, im Zuge des undifferenzierten Mainstream in die "rechte Ecke" gestellt wurde. Alles und jedes was nicht "linksliberal", auch
so ein besetztes und seines Sinns entkleidetes Wort, war wurde verdächtigt. Diese von der 68. Generation im Marsch durch die Instanzen etablierte Geisteshaltung ist denn auch die in Deutschland heute vorherrschende. Die an die Macht gekommenen "Revoluzzer" von einst, die ihre Gesellschaftsexperimente auf dem Rücken, nein in den Seelen ganzer
Schülergenerationen austobten, sind heute Außenminister, Ministerialbeamte oder gut dotierte Staatsbeamte, in jedem Fall Angehörige der Ausbeuter- und Enteignerklasse. Ganz irre sind gleich direkt in den Neonazismus konvertiert wie z.B. Horst Mahler. liberal? libertär? Ende der achtziger und Anfang der neunziger Jahre kamen zwei Dinge in meinem Leben zusammen. Zunächst hatte ich mehrere ausgiebige Reisen in die USA. Keine Pauschalreisen, sondern selbst organisierte Individualreisen. (Auf das "Erlebnis" einer fremd-organiserten
Pauschalreise habe ich bis heute bewusst verzichtet.) Nun war ich im Land meiner Träume, nun konnte ich das Land, das mir mein Aufwachsen in Freiheit garantiert hatte mit eigenen Augen erreisen und erleben. Ich wurde nicht enttäuscht. Zuhause konnten nicht alle meine Begeisterung teilen, und die meiste Ablehnung zum Thema Amerika hörte ich von Leuten
die nie dort gewesen waren. Ich hatte schon den latenten Antiamerikanismus meiner Altersgenossen in der Zeit des Vietnamkrieges nicht im Ansatz verstehen können. Ich erinnere mich einmal in Berlin zum Bhf. Zoo gefahren zu sein um eine Anti-Amerika-Demonstration zu beobachten. Ich wollte sehen was das für Menschen waren, die wie die Maden im Speck im
freien Teil der Stadt lebten und vor dem Amerikahaus in der Hardenbergstraße Steine schmissen. Natürlich machte dieser Virus auch vor meiner Familie nicht halt und meine jüngeren Brüder entblödeten sich nicht "Amis raus aus Vietnam" - Anstecker zu tragen. Ich war deprimiert und, so theatralisch es klingt, es hat mich sehr mitgenommen. Diese Erlebnisse
haben meine Haltung zu Amerika (und zu Israel) stabilisiert und ausgebaut und die haltlosen Verdächtigungen und die Auswüchse dieses undifferenzierten Antiamerikanismus kotzen mich bis heute an. Das Traurige: Selbst Menschen die ich eigentlich als honorig und nett empfand, unabhängig vom Alter, also sowohl Jüngere im Alter meiner Brüder oder Ältere im
Alter der Freunde meiner Eltern, waren (und sind) diesem Virus anheim gefallen. Und wenn ich den populistischen Eiertanz unseres gegenwärtigen Kanzlers im Umgang mit den USA sehe, bin ich zutiefst beschämt. Ich hätte mir gewünscht und es als ehrenwert diplomatisch angesehen, wenn die rotgrünen Dilettanten ein differenziertes positives Bekenntnis zu
Amerika abgelegt hätten, bei einem gleichzeitig distanzierten, freundschaftlich-kritischen Umgang mit Mr. Bush. Wir Deutschen wollen auch nicht im Ausland als Nazis beschimpft werden, sondern erwarten, zu Recht, einen differenzierten Umgang mit uns. Diesen Anspruch haben die Amerikaner auch. Sowie es keine Kollektivschuld der Deutschen am Holocaust
gibt, so gibt es auch kein kollektives, kriegsgeiles Amerika. Von Dankbarkeit will ich hier gar nicht reden. Dieses Gefühl ist, wenn schon nicht in der heutigen Schülergeneration mangels schlechten Geschichtsunterrichtes, aber auch offensichtlich bei den Vertretern meiner Generation nicht mehr vorhanden. Die zweite Sache war, dass ich mich leidenschaftlich für Computer zu interessieren begann. Etwa zeitgleich zog ich nach Nordamerika. Was hatte das miteinander zu tun? Nun der PC eröffnete mir durch den Zugang zum Internet (ich bin 24 Stunden High-Speed-Online) ungeahnte
Möglichkeiten der schnellen Informationsbeschaffung. Erich Kästner hat einmal gesagt „lesen ist wie jeden Tag einen neuen Kontinent entdecken“. So ähnlich konnte man sich auch über das Internet äußern. Die Tatsache, daß ich nach Nordamerika zog und mich dort natürlich sofort für die (nordamerikanische) Geschichte des Liberalismus zu interessieren
begann brachte mir libertäres Gedankengut nahe. Da hatte ich endlich woran ich schon 30 Jahre geglaubt und was ich verinnerlicht hatte. Die Amerikaner, die das europäische, und auch amerikanische „liberal“ inzwischen mit sozialdemokratisch interpretierten, hatten eine anschaulichere Wortschöpfung gefunden, die sich von ihrem Wort „liberty“ herleitete,
den Libertarianism, - weil nicht einfach übersetzbar im Deutschen als Kunstwort Libertarismus. Da die Literatur besonders in Deutschland zu den Themen des Libertarismus noch sehr schmal war und in der klassischen liberalen Literatur die amerikanische Variante nicht oder nicht ausreichend gewürdigt wurde, war und ist das Internet die Informationsquelle
für den Libertarismus überhaupt. Es gibt Menschen die behaupten, das die Libertarians erst durch das Internet eine Bewegung geworden sind, es sich also um eine Bewegung eines Teils der Internetgemeinde handelt (oder darauf reduziert). Dem widerspreche ich energisch, die Ideale der amerikanischen Gründerväter waren
und sind immer präsent in der amerikanischen Gesellschaft und werden erfreulicherweise weit mehr gepflegt als die Ideale des klassischen unverwässerten Liberalismus in Deutschland (und Europa). Aber richtig ist: Das Internet hat den Zusammenschluss, die Weiterverbreitung und die Förderung libertärer Ideen erst möglich gemacht. Inzwischen gibt es auch
ein besseres Angebot an libertärer Literatur. Dabei gliedert sich das Angebot in 3 Hauptgattungen: Belletristik, Ökonomie und Recht Die Libertären selbst teilen sich aber in 2 Hauptgruppen: Die mehr an europäischen Vorbildern des 19. Jahrhunderts orientierten Libertären begreifen sich als linksanarchistisch und verweisen in ihrer Interpretation der Freiheit auf den Verzicht von Eigentum. Dieser
Auffassung kann ich nicht folgen. Letztlich handelt es sich bei dieser Auffassung um einen kommunistischen Anarchismus und das Scheitern des Kommunismus, dessen Zeuge ich sein durfte, verbietet jede weitere Annäherung an diese libertäre Strömung. Der Verzicht auf Eigentum könnte ja auch nur ein freiwilliger sein. Wäre der Verzicht erzwungen hätte das
nichts mit Liberty zu tun. Insofern schließen sich aus meiner Sicht Linksanarchismus und Libertarianism vollständig aus. Ich sehe meinen libertäre Orientierung in der frühen europäischen Haltung, wie sie Mitte des 19. Jahrhunderts kurzzeitig inspirierend wirkte, aber eher noch in der amerikanisch libertären Bewegung die sich als anarcho-kapitalistisch
definiert und gerade Privateigentum zur Grundvoraussetzung von individueller Freiheit macht. Jeder Angriff auf Privateigentum ist für mich ein Angriff auf meine individuelle Freiheit. Der Begriff des Privateigentums ist nicht etwa nur auf Grund und Boden beschränkt, sondern auch auf bewegliche Habe und mich selbst. Nur ich gehöre mir. (Max Stirner)
Steuern sind (z.B.) institutionalisierter Diebstahl und ein räuberischer Angriff auf mein Privateigentum.  Aber es gibt weitere, engere Definitionen die ich hier kurz aufzählen möchte:

Ich bestehe auf mein Eigentum an mir selbst, an meiner Seele, meinem Körper, meinem erarbeiteten und meinem ererbten Eigentum.
Ich möchte für mich selbst entscheiden.
Ich bin kein Vertragsverhältnis mit einem Staat oder einem Vertreter des Staates eingegangen.
Ich lehne jede Form von Etatismus ab.
Ich glaube, dass die Mehrheit indoktriniert oder mit Zugeständnissen gekauft ist. Deshalb glaube ich, dass die Mehrheit nicht immer recht hat.
Ich glaube nicht an die Gleichheit noch halte ich sie für erstrebenswert. Es gibt weder eine Gleichheit im Geist, noch in der Vernunft, noch in den der physischern Ausstattung des Menschen.
Ich akzeptiere das es klügere, wohlhabendere, stärkere und glücklichere Menschen gibt. Es treibt mich kein Neid, noch Mißgunst.
Deshalb glaube ich, dass es ein Fehler ist künstlich Gleichheit herstellen zu wollen.
Künstlich hergestellte Gleiheit ist Sozialismus. Sozialismus demotiviert die Aktiven und fördert die Faulen und Schmartotzer.
Ich respektiere das Leben anderer. Sie sollen ebenfalls in Freiheit leben. Ihre Freiheit endet dort wo meine Freiheit geginnt.
Ich akzeptiere Autoritäten, wenn ihre Autorität ihrer Bildung, ihrer Persönlichkeit, ihrem Charakter entspringt.
Ich akzeptiere keine Autoritäten kraft Gesetzes, einer Moral oder eines zufälligen gesellschaftlichen Rechtskonsenses.
Ich glaube an die Macht von Ideen, von Kreativität und Initiative.
Ich glaube nicht an die Überlegenheit zentraler Planung, noch traue ich einer Statistik oder einem Experten. Weil ich gelernt habe, daß auch die Gegenseite über Experten verfügt, die ebenso gute oder schlechte Argumente hat.
Ich lehne jede Form von Gewalt ab. Aber ich bestehe auf mein Recht der Selbstverteidigung. Ich bin kein Illusionost und glaube nicht daran, daß alle Menschen friedensfähig sind.
Ich glaube nicht an Absichtserklärungen oder Fünfjahrespläne. Ich traue keinem Politiker. Mich interessieren nur Ergebnissse.
Ich glaube an die wohlstandsbildende Kraft des freien und uneingeschränkten Handels.
Ich glaube daß Steuern und Zwangsabgaben Diebstahl und räuberische Erpressung sind und nur dazu dienen Wählergruppen mit Zuwendungen zu kaufen, gefügig zu machen oder zum Schweigen zu bringen.
Ich glaube an private, auf freiwilligher Basis geschlossene, Vertragsverhältnisse die mir gestatten die Serviceleistungen meiner Wahl zu erwerben. Das betrifft auch den Schul-, Rechts- und Sicherheitsbereich.
Ich glaube Macht sollte dezentralisiert sein. Konzentration von Macht ist grundsätzlich schädlich für die Freiheit.
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