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Oriana Fallci (*1930 Florenz)

 

Meine Großmutter, die ihre 3 Kinder nach dem Kriege heroisch über die Runden brachte, pflegte immer zu sagen: „Nur nicht auffallen“. Vielleicht lag es daran weil sie aus Grevesmühlen stammte, einem kleinen Ort in Mecklenburg. Deshalb zog sie später, sie war schon über 80 Jahre alt und niemand hätte ihr morgens ein längeres Verweilen im Bett verübelt, um 6 Uhr die Jalousien hoch: „Damit die Nachbarn nicht denken ich liege noch faul im Bett…“. Wenn es also darum geht nicht aufzufallen bleibt man schön auf Linie der vermuteten Erwartungen seiner Umwelt.

Oriana Fallaci war nie eine Frau die sich um die Meinung anderer scherte. Sie war und ist eine polarisierende Persönlichkeit an der sich die Geister scheiden. Von jeher sagte sie was sie dachte und obwohl inzwischen auch ehemalige Fans anfangen an ihr zu zweifeln setzt sie ihren Weg unbeeindruckt fort. Diesen Weg, der sie, so kann man es sicher sagen, mit zunehmendem Alter pointierter, ja radikaler werden lässt. Als 75jährige, schwer krebskranke Frau, radikal nur in Worten, aber eine der ganz wenigen die gegen die Versteher und Gutmenschen anschreibt, ihre Wut und ihre Erkenntnis herausschreit und sich einen Dreck um die veröffentlichte Meinung kümmert. Das, das allein macht sie zu einer Favoritin für unsere Rubrik „ My favorites“, das zeichnet sie aus als eine Frau mit Charakterstärke, mit dem festen Willen vor dem Tod noch etwas bewirken zu wollen. Klar, eine Frau wie Oriana Fallaci hat zunehmend Feinde, Gegner die sie nun vor Gericht zerren und ihr Rassismus vorwerfen. Das diese Gegner genau diejenigen sind die die Deklaration of Human Rights nie verstanden haben wundert nicht, liefert die Bestätigung genau dessen was sie in ihren letzten Büchern beschreibt.

Eigentlich ist sie ja auf den ersten Blick genau das Gegenteil von dem wofür Rebellog steht. Sie war eine Linke, eine Gallionsfigur der Linken, sie benutzt eine Analsprache, die – sagen wir- als Stilmittel gerade noch erträglich ist und ihr Schreibstil ist ein Fallaci-Stil über dessen literarische Qualität sich vielleicht Literaturwissenschaftler den Kopf zerbrechen können. Mein Deutschlehrer am Gymnasium hätte mich jedenfalls rausgeschmissen. Liberal ist sie auch nicht, nicht die Bohne. Wenn der Rassismusvorwurf auch sicherlich überzogen ist, so sind ihre Positionen aber nicht mal annähernd liberal. Aber sie hat etwas begriffen, nämlich das Liberalität unterwandert werden kann von illiberalen Menschen. Von Freiheitsfeinden, Feinden des Individualismus, Feinden eines selbstbestimmten, liberalen, je respektierten Miteinander. Und das man, um diese Freiheit zu verteidigen, notwendigerweise selber auf eine restriktive Illiberalität zurückgreifen muss. Insofern dient die Fallaci der Freiheit, denn sie macht uns in ihren Büchern bewusst, daß der Islam unserem freiheitlichen Individualismus den Krieg erklärt hat. Klar ist auch, sie inszeniert sich selbst: Wo Fallaci drauf steht ist Fallaci drin.

Der Reihe nach, Oriana Fallaci wurde 1930 geboren. Als Tochter eines italienischen liberalen Antifaschisten und Mussoligegners, der von Deutschen interniert und gefoltert wurde, lernte sie schon als kleines Mädchen politisches Denken. Auch ihr Geliebter, ein griechischer Antifaschist, der später ermordet wurde, übte einen bedeutenden Einfluss auf sie aus. Bereits kurz nach dem 2. Weltkrieg wurde sie Journalistin und Schriftstellerin, also in einem Alter in dem heutige Mädchen allenfalls über das neueste Outfit von Brittney Spears nachdenken. Als Kriegsreporterin berichtete sie aus Vietnam und verfasste über ihre Erlebnisse ein Kriegstagebuch. Oriana Fallaci war natürlich Links, (vermutlich aus dem üblichen intellektuellen Selbstverständnis das Künstler, Schriftsteller, Journalisten nur dann richtige „Kulturschaffende“ sind wenn sie sich als links outen) an sich noch keine Qualitätsmerkmal, jedenfalls dann nicht, wenn man als Kommunist und europäischer Linker für sich in Anspruch nimmt automatisch den Antifaschismus gepachtet zu haben und für ihn sprechen zu dürfen. Genau dieses Recht aber stritt sie den Kommunisten ab, worauf hin die europäischen Linken sie zur Unperson erklärten. Auch mit den Feministinnen verdarb sie es sich in Folge ihres Buches „Brief an ein nie geborenes Kind“. Die Fallaci schaffte trotzdem oft das Unmögliche und interviewte Prominente, die anderen Journalisten nie für ein Interview zur Verfügung gestanden hätten. Die schönen Stories die sich um ihre unkonventionellen Auftritte ranken kann man in den anderen Beiträgen nachlesen.

Nun also wird sie zerrissen, natürlich wieder besonders von den Linken, weil sie sich in ihrem Buch „Die Wut und der Stolz“ wider die Political Correctness äußert. Schon der erfolgte Aufschrei ist für einen politischen Gourmet eine Delikatesse an sich. Was sagt sie, wenn auch drastisch, mehr, als das wir den Kampf der Kulturen annehme sollen. Haben die aufschreienden Gutmenschen jemals, sagen wir, türkische Freunde gehabt? Ich schon. Habe ich mit ihnen je eine negative Erfahrung gemacht? Nein. Ziehe ich mich auf eine Position zurück nach der unsere islamischen Brüder, sagen wir im ausgrenzenden Jargon nationalistischer Ewig-gestriger, eine Art „Untermenschen“ sind? Glaube ich als Leser und Betroffener, daß es gut ist zwischen, sagen wir europäischen Einwohnern einer Straße, eine Stadtteiles, Barrieren aufzubauen? Nein, glaube ich nicht, ich bin auch nicht dafür sie in Gettos zu separieren. Aber, und da bin ich mit der Fallaci völlig einig: Ich halte, von Ausnahmen abgesehen, die Mehrzahl unserer islamischen Nachbarn eben, im Gegensatz zu mancher Ausländerbeauftragten nicht für integrationsfähig und willig.

Und ich habe es selbst erlebt, Krankenschwestern, jahrelang erfolgreich und akzeptiert am Krankenbett, integriert in den Kollegenkreis, baten plötzlich um Urlaub um einen nie gesehenen Cousin in Anatolien heiraten zu müssen. Von den Eltern arrangiert. Es geht nicht um simple Geschmacksfragen, um Auslegen, um Toleranzvarianten. Es geht, und das nennt nur die Fallaci beim Namen, um einen Verdrängungskampf. Der Kampf wurde eröffnet, die Kriegserklärungen dutzendfach wiederholt. Die westliche Kultur, Bach und Bauchnabel, Koons und Kondom, Turteln und Tanzen, ersetzt werden durch Taliban und Scharia. Sie haben als Gegenwert für ihre Arbeitskraft an unseren Sozialsystemen partizipieren können. Das war und ist gerecht. Aber sie haben sich nicht in unsere Gesellschaften integrieren wollen. Parallelgesellschaft ist eine zu höfliche Beschreibung einer latenten Kampfzelle gegen die westliche Wertegemeinschaft.

Es ist ein Fehler die Fallaci in die rechte Ecke stellen zu wollen. Sie heißt nicht Horst Mahler, sie ist nicht unzurechnungsfähig, sie ist keine altersgewendete, nationalistische Kuh. Einer Kriegserklärung ist nicht mit Begriffen wie rechts oder links, Sozialismus oder Nationalismus  entgegenzuwirken. Wenn Unschuldige, die für ihre Herkunft so wenig können wie die Attentäter, im Namen Allahs stellvertretend für unsere oxidentalen Errungenschaften in die Luft gesprengt werden und sich nicht die gesamte islamische Welt sofort ausdrücklich davon distanziert und in den eigenen Reihen nach den Schuldigen fahndet und sie eliminiert, trägt sie eine kollektive Mitschuld am Geschehen und ist Partei in einer kriegerischen Auseinandersetzung.

Sie hat Recht - der Krieg wurde vor langer Zeit eröffnet, wir haben versäumt uns zu wappnen und umgehend zu reagieren. Rushdie und Taliban, New York und Madrid. Wir sind Weicheier und wir sollten uns nicht wundern wenn unsere Enkelkinder in einer Welt leben, in der die heute gezeigte Liberalität gegenüber den illiberalen Fundamentalisten nur noch Geschichte ist.

Oriana Fallaci’s Verdienst ist es die Sache auf den Punkt zu bringen. Sie wird Beifall erhalten aus Kreisen die ihr wahrscheinlich selbst nicht angenehm sind. Aber das ändert nichts an der Tatsache, daß Versteher und Rumeierer eine Gefahrenlage mit einer Toleranz zukleistern wollen die vom wirklichen Verteidigen der Freiheit so weit entfernt ist wie die Mehrheit der Kamelficker von Aufklärung und Bildung.

Oriana Fallaci ist eine mutige Frau. Sie hat den Mut und die Radikalität des Alters. Des Alters Abgeklärtheit hat sie nicht. Allah sei Dank, ist man versucht zu sagen. Denn wer, wer hätte das Problem sonst so eindringlich bewusst gemacht?


Robin Renitent

 
   

 

 

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Oriana Fallaci

Oriana Fallaci (born July 24, 1929) is an Italian journalist and author. A former partisan during World War II, she had a long and successful journalistic career. After retirement, she returned to the spotlight after writing a series of articles and books highly critical of Islam, that are considered very controversial.

Fallaci was born in Florence, Italy. During World War II, she joined the resistance despite her youth, in the democratic armed group "Giustizia e Libertà".

Her father Edoardo Fallaci, a cabinet maker in Florence, was a political activist struggling to put an end to the dictatorship of Italian Fascist leader Benito Mussolini. It was during this period that Fallaci was first exposed to the atrocities of war.

Fallaci began her journalistic career in her teens, becoming a special correspondent for the Italian paper Il mattino dell'Italia centrale in 1950.

Since 1967 she worked as a war-correspondent, in Vietnam, for the Indo-Pakistani War, in the Middle East and in South America. For many years, Fallaci was a special correspondent for the political magazine L'Europeo and wrote for a number of leading newspapers and Epoca magazine.

She has interviewed many internationally known leaders and celebrities such as Henry Kissinger, the Shah of Iran, Ayatollah Khomeini, Willy Brandt, Zulfikar Ali Bhutto, Walter Cronkite, Omar Khadafi, Federico Fellini, Sammy Davis Jr, Nguyen Cao Ky, Yasir Arafat, Indira Gandhi, Archbishop Makarios III, Golda Meir, Nguyen Van Thieu, Haile Selassie and Sean Connery.

Fallaci has twice received the St. Vincent Prize for journalism, as well as the Bancarella Prize, 1971 for Nothing and So Be It; Viareggio Prize, 1979, for Un uomo: Romanzo; and Prix Antibes, 1993, for Insciallah. She received a D.Litt. from Columbia College (Chicago).

She has lectured at the University of Chicago, Yale University, Harvard University, and Columbia University.

Fallaci’s writings have been translated into 21 languages including English, Spanish, French, Dutch, German, Greek, Swedish, Polish and Croatian.

Controversy
Fallaci has previously attracted controversy for expressing anti-abortion views despite her sympathies with anarchism.

After September 11, she took a strong stance critical of Islam. This point of view was expressed in two books, The Rage and The Pride (initially a four-page article in Corriere della Sera, the major national newspaper in Italy) and The Force of Reason.

In recent years, she has received much public attention for her controversial critique of contemporary Islam. She was highly criticized by Muslim organizations and left-wing parties alike, particularly in France.

Another famous journalist from Florence, Tiziano Terzani, expressed disagreements with her approach in an open letter to her in Corriere della Sera.

Critics say that Fallaci's books are often egocentric, based on stereotypes, xenophobic and racist in much of their content, other than lacking any references or sources.

Fallaci has received much support among xenophobic and racist parties and movement, such as the Lega Nord.However, her books have sold over 1 million copies in Italy alone, which suggests her support is not limited to the marginalised far right.

Muslim response to her books
In 2003 the Union of Italian Muslims tried to have The Rage and The Pride banned in France. A French court rejected the request, so the group asked for a disclaimer to be placed in each book. The court dismissed that request as well.

In May, 2005, Adel Smith, the President of the Union of Italian Muslims, launched a lawsuit against Fallaci charging that "some of the things she said in in her book The Force of Reason are offensive to Islam." Smith's attorney, Matteo Nicoli, cited a phrase from the book that refers to Islam as "a pool that never purifies." Consequently an Italian judge ordered her to stand trial in Bergamo on charges of "defaming Islam." A previous prosecutor had sought dismissal of the charges.

In an ironic twist, on June 14, 2005 Adel Smith himself was sentenced by an Italian court in Padua to six months in prison (commuted to a fine of € 6.000), for the crime of defaming religion. On January 4, 2003, during a live broadcast on Italian TV, Smith had characterized Christianity as a "criminal association" and described Pope John Paul II as "a foreigner who leads the church ... a con man".

On Saturday, the 27th of August, 2005, Fallaci had a private audience with Pope Benedict XVI at Castel Gandolfo.

Books by Oriana Fallaci
One Man, a novel about about a hero who fights alone for freedom and for truth, never giving up, and so he dies, killed by all. (1979) ISBN 8427938543
The Seven Sins of Hollywood preface by Orson Welles, Longanesi (Milan), 1958.
The Useless Sex: Voyage around the Woman Horizon Press (New York City), 1961.
Penelope at War 1962 (London).
Limelighters 1963.
The Egotists: Sixteen Surprising Interviews Regnery (Chicago), 1963.
Quel giorno sulla Luna Rizzoli, 1970.
Inshallah, a fictional account of Italian troops stationed in Lebanon in 1983.
If the Sun Dies, about the US space program.
Interview With History, a collection of interviews with various political figures Liveright, 1976.
Letter to a child never born, a dialogue between a mother and her unborn child.
So be it, report on the Vietnam war based on personal experiences.
Oriana Fallaci intervista Oriana Fallaci, Fallaci interviews herself on the subject of "Eurabia" and "Islamofacism". (Milan: Corriere della Sera, August 2004).
The Rage and The Pride An expose on Islam. Original title La Rabbia e l'Orgoglio, Publisher: Rizzoli. ISBN 0847825043.
The Force of Reason (La Forza della Ragione) Publisher: Rizzoli ISBN 0847827534
Fallaci has also written essays and novels revolving around news events.

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