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Beispiel 2: Als Vilmar Moser sein Haus kauft ist er bereits 42 Jahre alt. Den Traum seinen
Kindern ein Aufwachsen am Rande der Stadt zu ermöglichen, mit eigenen Zimmern zur individuellen Selbstentfaltung, hatte er schon als er mit 21 Jahren heiratete. Er war all die Jahre fleißig gewesen und hatte vom ersten Gehalt einen Teil seines Einkommens abgezweigt und in einen Bausparvertrag eingezahlt. Das war ihm nicht immer leicht gefallen, ja es hatte harten
persönlichen Verzicht erfordert. Als schon alle Kollegen mit dem Auto zur Arbeit fuhren, benutzte er noch die Straßenbahn. Auch den Fernseher kaufte er um Jahre später als andere Familien. Seine Frau kaufte bei ALDI und er verzichtete auf Klebeband und knüpperte noch die Knoten von Paketschnur auf, rollte sie sorgsam zusammen und verwendete sie für das
nächste Paket. Die befremdeten Blicke der Postbeamten übersah er lächelnd. Nun also hatte er das Haus, aber eigentlich gehörte es der Bank, und er hat es
Zwischen-Um-Und-Wer-Weiß-Wie zu finanzieren. Außerdem hatte er seine Lebensversicherung verpfändet und den Kredit eines Freundes angenommen. Er hatte gleichwohl die Finanzierung letztlich nur hinbekommen weil er Beamter war. Er würde noch 25 Jahre abzahlen müssen.
Er beschwerte sich nicht, er hatte für seine Frau, seine 3 Kinder und sich eine "Burg" geschaffen. Nach 20 Jahren ließ es sich jedoch nicht mehr länger
hinausschieben. Das Haus musste gründlich renoviert werden. Die Regenrinne tropfte überall, der Putz war feucht und fiel ab, die Fenster begannen zu rotten. Außerdem war die Rohre so alt und zu das kaum noch Wasser aus den Hähnen floss. Wo anfangen?
Also zuerst die Fassade und die Regenrinnen. Moser hatte bei seiner Fahrt durch die Stadt Gerüste der Firma Malermeister "Biedermann-Fassaden-Instandsetzung" gesehen. Der Name sollte Programm sein, dachte Moser und bat um einen Besuch des Chefs für einen Kostenanschlag.
Biedermann kam auch. Er fuhr mit seinem offenen, silbernen
S-Mercedes bis fast in die Gartentür. Elastisch sprang er aus dem Auto, Block, Kuli und Maßband in der Hand. Nach kurzem Blick auf die Fassade, fragte er, wer denn die Rüstung stelle.
Moser war verdutzt: "Ich dachte Sie?" "Na ja, eigentlich sind wir ein Malerunternehmen, aber wir können das arrangieren..." Ähnlich stellte sich der Ablauf des Gesprächs bei der Dachrinne dar. Biedermann maß noch etwas, kritzelte in seinen Block, erkundigte sich beiläufig nach dem Beruf seines Auftraggebers und entschwand mit seinem S-Klasse.
Einige Tage später trudelte der Kostenvoranschlag ein. 120 000.-DM sollte die neue Dachrinne, das Streichen und Ausbessern der Fassade und der Fenster (aber nur außen) kosten. Auf- und Abbau der Rüstung waren enthalten. Moser ließ sich in den Sessel fallen. Das ganze Haus hatte vor 20 Jahren "nur" 270 000.-
DM gekostet.
Moser platzte der Kragen, dafür hatte er sich nicht abgerackert um jetzt 120 000.- auszugeben. Erstens musste er noch 5 Jahre abzahlen und Zweitens war ja auch noch innen im Haus einiges
zu reparieren. Nicht das er Biedermann seinen S-Klasse missgönnte. Der Mann war offensichtlich erfolgreich, seine Schilder hingen überall in der Stadt. Aber Moser war das einfach zu viel. Soviel konnte er, wollte er, auch wenn er es ins Verhältnis zur Dauer des Ansparens der Summe setzte, nicht ausgeben. Moser kannte da einen Polen - freundlich, zuverlässig, zuvorkommend. Er war Diplomingenieur, aber weil ein Hochschulabsolvent in Polen zu wenig verdient und wenig Chancen hat, arbeitete Jacek, so hieß er, seit 5 Jahren im Westen - schwarz natürlich. Das verdiente Geld brachte er nach Polen und sicherte dort seinen Kindern, die dafür viel
auf den Vater verzichten mussten, ihre Zukunft. Jacek hatte in den letzten 5 Jahren viel Erfahrungen gesammelt und sich auf westliche Perfektion eingestellt. Er kannte Marek einen
Kollegen und Stepan einen Freund. Und noch Kriztof. Und Jaromir, Ludek und Karol. Un d noch viele andere Polen, alle nett, gewissenhaft, freundlich. Kurz,
Jacek arbeitete mit vier Freunden insgesamt 3 Monate am Haus. Er hatte sich mit modernen Verarbeitungstechnologien und Materialien vertraut gemacht. Er besaß Führungsqualitäten. Er war zuverlässig und seine Arbeit stand in ihrer Qualität einem Bidermann-Handwerker sicher nicht nach. Eher war er besser, denn er
verstand die Wünsche von Moser mit den handwerklichen Erfordernissen und dem Materialpreis abzugleichen. Das Haus wurde außen und innen perfekt renoviert. Die Fassade, die Dachrinne, die
Fenster, die Rohre, die Türen, Tapeten, die Fliesen in Küche und Bad. Ein Gerüst war gekauft worden für 2500.-DM ein kleines nur, aber man konnte es um das Haus schieben. Die Jungs aßen jeden Tag mit im Haus und Magda, Moser Frau, kochte schmackhafte Sachen. Manchmal brachten die Polen Magda dafür Freitags einen kleinen Blumenstrauß.
Moser bezahlte an Löhnen insgesamt 18 000.- DM direkt auf die Hand. 2500.- DM war die Rüstung, 5000.- DM das Material. Moser sparte also
94 500.-DM die auf seinem Sparbuch, der eisernen
Reserve, verblieben. Er freute sich, dass er nicht Herrn Biedermann seinen neuen S-Klasse bezahlt hatte, sondern das Geld in die Zukunft seiner Familie investieren konnte Kurz darauf führte der Finanzminister die Quellensteuer ein. Damit erfolgte ein
neuer Angriff auf Mosers Reserven: Da Moser insgesamt 150 000.- DM in den letzten Jahren gespart hatte, mit Überstunden, durch fleißiges Wirtschaften und durch Verzicht auf Urlaube, galt er nun in den Augen des Finanzministers als vermögend. Sein bereits versteuertes Einkommen, das er hätte verbrauchen können, wurde erneut geschröpft, weil es über dem -
lächerlichen - Freibetrag von 6000.- DM lag. Jetzt hatte Staatsdiener Moser die Schnauze endgültig voll. Er simulierte Verbrauch: Reisen, Konzerte, Freundin etc. - und hob die 150 000.-
DM in kleinen,
unauffälligen Beträgen vom Konto ab. Dann brachte es das Geld ins Ausland, eröffnete dort ein Konto und hinterzog wissentlich und voller Freude die Quellensteuer, ja entzog dem Finanzminister überhaupt sein ganzes Vermögen.
Es war ein Akt der Selbstverteidigung. Da die Quellensteuer und die Inflationsrate zusammen nicht den Wert des Ersparten erhielten, sondern für einen permanenten Schwund sorgten, war die staatlich organisierte Enteignung gewollt und programmiert.
Moser bekannte und bekennt sich zur Selbstverteidigung. Da die Rentenkassen geplündert, die Staatseinnahmen verschleudert und der Bürger betrogen wird, hat er das moralische, natürliche Recht auf Notwehr.
Steuerhinterziehung ist in einem Staat der seine Bürger enteignet legitim.
Herr Eichel und viele andere Populisten kriminalisieren fleißige Menschen wie Dr. Theodor Marian. Sie haben ein gesellschaftliches Rechtsbewusstsein geschaffen, dass die Enteignung per Steuer als hinnehmbar, sozial und gerecht, vor allem aber legal darstellt. Ihnen fällt zur Lösung ihrer Finanz- und Wirtschaftsprobleme nichts anderes ein, als sie zu jagen. |