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Daniel Barenboim

*1942

       
   

The philosophy of Liberty is based on the principle of Self-Ownership

>all kinds of socialism cause poverty<

   
   

 Maximillian Moll

   
                   

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Über Daniel Barenboim zu schreiben fällt mir schwer. Barenboim stellt sich mir nicht nur als Musiker dar sondern auch als politischer Mensch. Während meine Erinnerungen an ihn, und die sind aus meinen sehr jungen Jahren, ausschließlich musikalische Erinnerungen sind, sind die Wahrnehmungen des heutigen Barenboim auch angereichert mit seinen politischen Statements und Handlungen. Ich werde es mir einfach machen und zunächst in wenigen Sätzen meine Einstellung zu Barenboim als politischem Menschen abhandeln und dann zu dem eigentlichen Anliegen kommen, nämlich Barenboim als Musiker zu würdigen, und weshalb er in der Spalte „My Favorites“ vertreten ist begründen.

Würde ich Barenboim nach seinen politischen Aussagen beurteilen wäre er mit Sicherheit nicht unter „My Favorites“ vertreten. Ich will ihm gar nicht persönliches Engagement absprechen. Und natürlich finde ich es gut, daß er als Dirigent in Israel bei einem Gastspiel der Berliner Staatskapelle einen Orchesterauszug aus Wagners Tristan und Isolde (als Zugabe) zur Aufführung brachte, obwohl er wissen musste, daß er mit heftiger Kritik zu rechnen habe: Diese unkonventionellen Aktionen haben durchaus mein Verständnis und sofern es als Provokation zum Nachdenken gedacht war, auch meine Zustimmung. Die Tatsache, daß Wagner von den Nazis vereinnahmt wurde kann nicht dauerhaft dazu führen ihn aus den Musiksälen der Welt zu verbannen. Auch nicht aus israelischen Sälen. Die Einmaligkeit des jüdischen Schicksals und das Bewusstsein für die Einmaligkeit des Holocaust werden nicht angetastet. Aber israelischen Hörern Wagner verweigern zu wollen ist nicht richtig. Selbst Isaac Stern und Rubinstein haben irgendwann wieder deutschen Boden betreten, also eine innerliche Öffnung zu einem neuen Nachkriegsdeutschland betrieben und sich überwunden. Und sowenig wie ich für die Verbrechen der Nazi’s verantwortlich gemacht werden möchte, aber von mir verlangt werden kann ein Gefühl für die besondere Verantwortung und eine bis in die Fingerspitzen gehende Sensibilität gegenüber Israel zu haben, kann einem israelischen Hörer zugemutet werden sich mit einem 50 Jahre vor der Machtergreifung gestorbenen Komponisten auseinander zu setzen.

Auch das Barenboim israelische und palästinensische Musiker zusammen musizieren lässt ist in Ordnung. Es wäre zu ausufernd jeden israelischen und jeden palästinensischen Musiker nach seiner persönlichen Einstellung befragen zu wollen und das Orchester entsprechend zu besetzen. Ihrer aller Teilnahme bestätigt ein gemeinsames Wollen: Musizieren. Kritisch wird es da für mich wo das Konzert zu einer Demonstration für das palästinensische Selbstverständnis wird und eine offizielle palästinensische Sicht des politischen Wollens der Palästinenser unterstützt. Da beeindrucken mich dann auch Friedenspreise nicht besonders. Alleiniges positives Versöhnungswollen reicht nicht aus. Wer so etwas veranstaltet sollte sich bewusst sein, daß die Forderung aller offiziellen palästinensischen Vertreter immer noch ist Israel von der Landkarte zu putzen. So lieb das Friedensmusizieren auch ist: Dem Frieden dient es nicht. Es stützt und wertet auf eine fanatische Behörde, die persönlichen Positionen der Musiker sind da nachrangig.

Doch nun zu Barenboim als Musiker:

Meine ersten Erinnerungen an Daniel Barenboim gehen zurück in die letzten 60iger und frühen siebziger Jahre. Ich habe ein Konzert mit Barenboim und Jacqueline du Pré in der Berliner Philharmonie in Erinnerung und sehe besonders Jacqueline du Pré noch vor mir. Es sind viele Jahre vergangen und natürlich kann ich mich nicht mehr an Einzelheiten erinnern. Aber eins ist mir unvergesslich: Wie die Beiden harmonierten. Jacqueline du Pré hatte einen grünen Rock an und Barenboim wirkte schlank und durchtrainiert. Das sind nicht gerade musikalische Eindrücke, aber es sind Erinnerungen an ein Konzert, das von überwältigendem Applaus begleitet wurde. Dann habe ich Erinnerungen an Konzerte mit Sir John Barbirolli. Hier galt meine Begeisterung natürlich Barbirolli und Barenboim. Immer gefallen hat mir, schließlich bin ich bei aller musikalischen Begeisterung doch ein, wenn auch viel hörender, Laie, der Barenboimsche kraftvolle Anschlag. Das ging jugendlich zackig und ohne Schnörkel los und konnte doch so sanft und verhalten sein, daß die Töne gleichsam durch die Luft zu schweben schienen, wie vom Wind bewegte Blütenpollen. Natürlich habe ich mir gleich etliche Platten von ihm gekauft und, war er in Berlin, war ich da und habe ihm zugehört. Nachdem Jacqueline du Pré nicht mehr auftreten konnte und er Chefdirigent des Orchestre de Paris wurde habe ich ihn, auch durch berufliche Anspannung, nicht mehr so oft live gehört. Ich hörte natürlich seine Platten und, wenn möglich, Tonübertragungen.

Richtig nahe wurde er mir erst wieder nachdem er 1992 Generalmusikdirektor der Deutschen Staatsoper wurde. Hier habe ich ihn gehört und mir ist eine Episode besonders in Erinnerung die zwar auch nichts mit Musik zu tun hat, aber Barenboim als unkonventionellen und souveränen Musiker auszeichnet. Es war ein Abend in der Staatsoper und Barenboim dirigierte und spielte, wie er es liebte, das 5. Klavierkonzert von Beethoven. Ich weiß jetzt nicht mehr ob es vor der Pause oder danach war, jedenfalls trat er auch als Solist auf. Als er auf die Bühne kommt, ich saß mit meiner Frau zufällig in der ersten Reihe, ist sein Schnürsenkel am linken Schuh offen. Er geht zur Rampe, verbeugt sich, bückt sich, schnürt in aller Ruhe seinen Schnürsenkel zu, blinzelt dabei gelassen und verschmitzt in die erste Reihe, setzt sich und fängt zu spielen an als wäre er zu Hause im Wohnzimmer. Diese Unkompliziertheit, bei gleichzeitig umwerfender Perfektion und einer grenzenlosen Musikalität, hat mich an ihm immer beeindruckt. Barenboim ist 7 Jahre älter als ich, also 63. Er strahlt immer noch einen unglaublichen jugendlichen Charme aus, der, angereichert mit einem gewissen Sendungsbewusstsein, ihn zu einem interessanten Musiker und einer großen Persönlichkeit macht. Es ist schade, daß ich ihn heute nicht mehr live hören kann. Barenboim zu hören war immer ein herausragendes Ereignis und ließ einen tagelang auf einer Wolke der Glückseligkeit schweben.

 

Daniel Barenboim hat eine Webseite die es zu besuchen lohnt. Dort ist auch eine ausführliche Biografie in englischer Sprache. Daniel Barenboim

 
 
   

 

 

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Daniel Barenboim (* 15. November 1942 in Buenos Aires, Argentinien) ist ein israelischer Pianist und Dirigent russischer Abstammung.

Er gab 1949 sein Debüt als Pianist und wurde 1975 als Nachfolger von Sir Georg Solti Chefdirigent des Orchestre de Paris. Seit 1991 ist er Chefdirigent des Chicago Symphony Orchestra, seit 1992 künstlerischer Leiter und Generalmusikdirektor der Deutschen Staatsoper in Berlin.

Bis zu ihrem Tod 1987 war Daniel Barenboim mit der charismatischen Cellistin Jacqueline du Pré verheiratet. Er ist in zweiter Ehe mit der Pianistin Elena Bashkirova verheiratet, mit der er zwei Söhne hat.

Von 1981 bis 1999 wirkte Barenboim als Dirigent der Bayreuther Festspiele, wo er unter anderem "Tristan und Isolde", "Parsifal" und die Tetralogie "Der Ring des Nibelungen" dirigierte.

Daniel Barenboim macht nicht nur am Dirigentenpult, sondern auch politisch von sich reden. Als er 2001 in Israel bei einem Gastspiel der Berliner Staatskapelle einen Orchesterauszug aus Wagners Tristan und Isolde (als Zugabe) zur Aufführung brachte, wurde er mit heftiger Kritik bedacht. Einige Mitglieder des Erziehungskomitees der Knesset wollten ihn sogar als kulturelle Persona non grata erklären lassen, was letztlich jedoch nicht durchkam.

Zusammen mit dem palästinensischen Literaturwissenschaftler Edward Said setzt er sich durch gemeinsame Konzerte jüdischer und arabischer Musiker im Rahmen des von den beiden begründeten West-Eastern Divan Orchestra sehr für eine Annäherung der verfeindeten Volksgruppen im Nahostkonflikt ein.

Für seine Verdienste um die israelisch-palästinensische Aussöhnung wurde Barenboim 2002 mit dem Preis Prinz von Asturien, 2004 mit dem Haviva-Raik-Friedenspreis ausgezeichnet.

Außerdem wurde ihm im Jahre 2004 die Buber-Rosenzweig-Medaille verliehen.

 
   

       

© Der Inhalt dieses Kastens wurde übernommen von WIKIPEDIA

     
       

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