Einsame Ernte

Lonely Harvest

 

 
 

Jahrlang hast du gesät, gestreut, gearbeitet

und längst hat dich die Arbeit deinem Selbst entfremdet,
wo du mit anderen arbeiten wolltest

stehst du nun allein und kommst dir nicht vor

wie ein Feldräuber?


Deine Einsamkeit umgibt dich als schwarze kalte Höhle

in die nicht der Lichtstrahl eines anderen frohen Lebens dringt,

griesgrämig zehrst du allein auf,

was jahrelang den Wert deiner Zukunft ausgemacht hat.


Aber auch du hast einst einen Frühling gehabt

hast gelodert, geblutet, gehofft.


Kaum etwas anderes könnte dich heiter stimmen

als die Rückkehr in jene Gefilde der sonnigen Jugend.

Aber du bist argwöhnisch geworden und mißtrauisch.


Zerstöre endlich den Wahn von einer geordneten Persönlichkeit,

die du angeblich sein mußt,

und entflechte deine Schwingen jenen unmenschlichen Fesseln.


Laß dich neu entdecken vom Leben, von dir Selbst,

von Anderen.

Entfliehe der Resignation und der Unlust zum Umdenken

 

 

@ September 1978 - rebellog 2004